Report - News der Projekte aus Kolumbien, Kossovo, Palästina/Israel, Albanien und Castel Volturno
KOLUMBIEN
Am 23. September, mit dem Tod von Jorge Briceno Suarez, alias Mono Jojoy, einer der wichtigsten Kommandanten der Farc, schrieb der Konflikt wieder einmal international Schlagzeilen. So moechten wir kurz die verschiedenen Gruppierungen schildern:
FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia): wurden am 27. Mai 1964 durch die „Operation Marquetalia“ , eine Militaersoperation des kolumbianischen Staates welche eine Bauernorganisation in den Regionen von Tolima und Huila unterdruecken wollte, gegruendet.
Der Staat sah diese als Drohung zur Einheit des Staates. Der schweren Repression zufolge wurde unter Fuehrung von Manuel Marulanda Velez die Farc gegruendet, welche marxistische Ideologie besitzt und heute eine der wichtigsten Guerrilla-Organisationen der Welt ist; man zaehlt zwischen 6.000 und 16.000 Anhaenger - 20 bis 30% davon sind minderjaehrig. Die Farc kontrollieren 15-20% der kolumbianischen Territoriums. Oft wird behauptet, die Farc wuerde sich durch Drogenschmuggel finanzieren, doch diese hat das immer geleugnet. Einige Staaten, unter anderem die USA und die EU, haben sie in den schwarzen Listen des Terrorismus eingetragen, die UNO aber hat sie als Guerilla eingestuft.
Ejercito de Liberación Nacional (ELN): sie wurde auch 1964 gegruendet, hat aber weniger Anhaenger (zwischen 3.000 und 5.000) als die Farc. Am Anfang war ihre Ideologie sehr der Freiheitstheologie und die der kubanischen Revolution aehnlich; sie ist, im Gegensatz zu der Farc, autonomer und lehnt jede auslaendische Hilfe ab.
M-19: Der „Movimento 19 de Abril“ ist eine revolutionaere Links- Guerrillaorganisation, die auf Folgen des Wahlbetrugs 1970 in Kolumbien gegruendet wurde. Ihre Ideologie ist eine Mischung zwischen Populismus, revolutionaerer Notionalismus und Sozialismus. Diese Guerrilla ist vor allem in urbanen Kontexten taetig und kann mit mehreren Attentaten an kolumbianischen Persoenlichkeiten (vor allem einige, die in der Justiz taetig waren) zaehlen.
Ejército Popular de Liberación (EPL): galt als bewaffnete Hilfskraft der marxistischen-kommunistischen Partei Kolumbiens, wurde 1965 gegruendet und war vor allem im Nord-Westen des Landes taetig. Zuerst inspirierte sich diese Organisation an den Maoismus, seit 1975 hingegen befolgt er die stalinistische Ideologie. 1991 haben die meisten Anhaenger den Kampf aufgegeben um einen Dialog mit der Regierung zu fuehren. Trotzdem gibt es noch einige kleine aktive Gruppierungen; heutzutage zaehlt man circa 200 Mitglieder. Zwischen 1991 und 1995 wurden mehr als 200 Ex-Mitglieder des EPL von der Farc ermordet, da sie als Verraeter galten.
Und nun kurz zu uns: wir folgen mit unseren Begleitaktivitaeten auch in diesem Monat, vor allem in Mulatos und la Resbaldosa.
KOSSOVO
Im September haben wir unsere ueblichen Aktivitaeten aufgegeben, um uns besser auf die Endphase des Projektes Kossowo zu konzentrieren. Hier waren wir in allen Phasen des Konfliktes anwesend. Wir werden aber dieses Land mit der Gewissheit guter Beziehungen verlassen.
PALASTINA-ISRAEL
Auch in diesem Monat waren die Friedensversuche in der internationalen Presse. Als die wichtigsten Aktoren finden wir die USA mit Obama und Hilary Clinton, die versucht haben, zwischen Netanyahu und Abu Mazen zu koordinieren.
Trotz des schweren Klima im Lande war die Situation in At-Tuwani im September relativ ruhig. Bis Ende des Ramadams war At-Tuwani schon fast ein Gespensterdorf, menschenleer, doch nach den 3 Tagen des Eid (das wichtigste palaestinensische Fest, welches den Ramadan beendet) hat das Leben wieder seinen Lauf genommen: auch die Schule hat am 14. September wieder begonnen. Die Eskorte der Kinder kam ab und zu, oft war sie in Verspaetung und die Kinder verloren wichtige Schulstunden. Wir hoffen wirklich dass mit der Routine sich die Puenktlichkeit einsetzt!
Eines der Ereignisse dass das Leben in At-Tuwani erschwert hat, ist sicherlich das vom 31. August, als 4 Siedler in der Naehe von Hebron angegriffen wurden. Seit dem Datum sind im Checkpoint und in der ganzen Gegend viel mehr Soldaten. Zwei Soldaten haben sich so zum Beispiel fuer zirka eine Woche im Waeldchen zwischen dem Vorposten von Havat Ma’on und unserem Dorfe niedergelassen.
CASTEL VOLTURNO
Mit Ende des Sommers ist Castelvolturno wieder zur Routine zurueckgekehrt. Der Buergermeister hat so wieder seine Toene gegen die Migrianten und die Organisationen, die sich um diese kuemmern, verschaerft. So wurde wieder ueber moegliche Demos fuer Oktober diskutiert. In diesem Monat fand auch eine Gedenkfeier des „Massakers von San Gennaro“ statt, bei dem 7 Personen (6 Migranten und ein Italiener) am 18. September 2008 von der Mafia-Organisation Camorra getoeten wurden. Was uns betrifft, wir haben uns im Hinblick auf die Demos und auf dem „Clandestino-Day“ wieder oefters mitr dem Antirassismus- Netz getroffen. Mit ihnen planen wir folgende Aktivitaeten:
1. Organisation eines Fußballtourniers „No Border Soccer“, welches am 24. September beginnen wird, am Tag des „Clandestino Day“. Es nehmen 10 Mannschaften daran teil, italienische, von Migranten sowie auch gemischte. Weiters im Programm steht ein Konzert, bei welchem migrierende Kuenstler, die im Terrritorium leben, spielen werden.
2. ein Gedenktag zum Massaker von San Gennaro: da die Gemeinde nichts organisiert hat, haben die verschiedenen Organisationen entschlossen, ein Denkmal auf dem Massakerort zu errichten. An der Zerimonie waren die Vertreter der katholischen und muslimischen Religion anwesend, sowie auch die Vertreter des Antirassismus- Netzes und die der Migranten und Fluechtlinge- Bewegung. Die Gemeinde war als solche nicht vertreten.
3. die Organisierung verschiedener Demos.
Als Organisation haben wir an einem Info- und Sensibilisierungstag in Cesena und Nocera Inferiore teilgenommen. Mit den Kindern und Jugendlichen haben wir die Sommeraktivitaeten fortgesetzt, vor allem in der ersten Haelfte des Monats, als die Schule noch nicht begonnen hatte. Die Italienischkurse in der Adventistenkirche und in der Moschee in Pesco Pagano folgen; wir haben nach der Sommerpause auch wieder mit den Aktivitaeten der Nachmittagsschule im Kinderhaus begonnen. Im Oktober werden wir wieder mit der Hausaufgabenhilfe beginnen.
ALBANIEN
Auch in Albanien haben wir die Aktivitaeten fuer eine Weile gestoppt, da die Verantwortliche des Projekts fuer eine Pause nicht anwesend war.








