Monat August 2010

Report - News der Projekte aus Kolumbien, Kossovo, Palästina/Israel, Albanien und Castel Volturno


KOLUMBIEN

In diesem Report moechten wir ueber unser Erlebnis beim Internationalen Forum „Kolumbien lebt mit Nonviolence, Autonomie und Biodiversitaet“, bei dem wir als Organisation, wie auch viele andere die sich in diesen Gebieten bemuehen, eingeladen wurden. Es ist schon die 6. Edition und das 2. Mal, an dem Kolumbien daran teilnimmt. Es wurden unter den verschiedenen Themen auch die Wasserversorgung als wichtigens Thema behandelt. In mehreren Staaten Lateinamerikas sind naemlich viele Wasserprivatisierungsprozesse im Gang.

Auf dieses Thema hat im Forum vor allem die Relatorin der lateinamerikanischen Kampagne „Wasser fuer alle“ vom „Food and Water Watch“ eingegangen. Sie sprach vor allem vom bolivianischen Fall, wo das Volk einen interessanten Sieg gegen die Privatisierung durch starken Druck auf die Regierung erlangte. Dieser Fall stellt ein Beispiel fuer andere lateinamerikanische Staaten dar, die noch nicht so weit gekommen sind. In Argentinien gibt es beispielsweise nur ein gemischtes System, in einigen Staedten ist die Wasserversorgung Arbeit des Staates, in anderen Privater.
Viel wurde auch ueber die gewaltfreien Widerstands- und Autonomiebewegungen in Kolumbien gesprochen, wiue unsere Friedensgemeinschaften von San Jose de Apartadó und andere: „Leben und Wuerde“ in Cacarica (Cavida), „Resguardo Indigeno“ in Pioyá und mehrere Indigenisten-Gemeinschaften im Norden von Cauca (Acin).


KOSSOVO

Es gab eine große Initiative, „No boarders“ in diesem Monat, die uns nach Goraždevac/Gorazhdeci sowie nach Peja/Pec gebracht hat. Am Abend des 18. wurde uns berichtet, dass in Zać/Zalq geschossen wurde. Am Tag darauf wurden wir informiert, dass niemand geschossen hatte, aber dass mehrere Mauern demoliert wurden.

Zwischen 31. Juli und 3. August feierten wir das 10-jaehrige Jubilaeum der Trientner Tischrunde fuer den Kossovo; es kam eine Delegation aus Italien. Es war ein wichtiger Moment, um ueber die Arbeit seit ’99 bis heute nachzudenken. Die italienische Delegation hat die Staedte von Peja/Peć, wie Goraždevac und im Roma-Viertel von Shtat Shtatore besucht. Das Equipe Konflikt hat sich auch sehr an den Aktivitaeten rund um das Jubilaeum gekuemmert. Im Youth Point ist hingegen nichts neues passiert.

In Prishtinë/Priština wurden die Fotos fuer die Ausstellung ausgesucht. Infos dazu unter: http://www.operazionecolomba.it/galleries/kossovo/2010/no-borders


PALASTINA-ISRAEL

Im August haben die muslimischen Palaestinenser Ramadan gefeiert. Am 31. August wurden 4 israelische Siedler von einigen Palaestinaensern getoetet; natuerlich ist dieses Ereignis sehr bedauernswert und wir verurteilen die Tat, doch es kommt uns fast vor, als wuerden sich alle nur an dieses Ereignis erinnern, und nicht an all jene, die diese Tat erst hervorgebracht haben.

Am 2. August gab es naemlich eine Explosion im Fuechtlingslager von Deir al Balah (im Sueden Gazas), es starb ein Verwantwortlicher der Ezzedin-Brigaten und 30-40 Palaestinenser wurden schwer verletzt. Das Israeli-Heer gibt bekannt, es haette nichts mit diesem Attentat zu tun, aber es folgten von seiner Seite aus eine ganze Woche intensiver militaerischen Operationen, die zu einem weiteren Toten und zu unzaehligen Verletzten fuehrten. Am gleichen Tag, um 5 Uhr frueh, wurden 5 Raketen auf die israelische Stadt Eilat (am roten Meer, wenige Kilometer von der Grenze zu Aegypten und Jordanien entfernt) geschossen, allerdings gab es keine Unfaelle. Dafuer aber starb eine Person, 4 weitere wurden verletzt, bei einer weiteren Explosion einer Rakete, die auf das Intercontinental Hotel von Aqaba, jordanische Hafenstadt am Roten Meer, geschossen wurde. Es gibt keinen „offiziellen“ Schuldigen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Raketen von einer paramilitaeren Gruppe von aegyptische Beduinen geschossen wurde. Am 3. August wurde hingegen die Grenze zu Libanon „heiße Zone”: israelische und libanesische Soldaten stoßen aufeinander, es starben ein Journalist, 3 libanesische Soldaten und ein israelischer Offizier. Die Libaneser gaben zu, als erste geschossen zu haben, weil einige israelische Soldaten die Grenze unbefugt ueberschritten hatten. Trotz diesem komplexen Scenario wird der Welt vorgegaukelt, dass nur das Attentat des 31. August, bei welchem 4 israelische Siedler ums Leben kamen, eine Drohung fuer den Friedensprozess spielt. Natuerlich ist der Tod der 4 schrecklich, aber genauso schrecklich wie der Tod anderer, von denen nie gesprochen wird, welche ignoriert werden.

In At-Tuwani war es, im Gegensatz zum Klima im ganzen Landes ein relativ ruhiger Monat. Anfang des Monats kam eine Delegation von 8 Clowns der italienschen Organisation „ViviamoInPositivo“ zu Besuch. Außer den Spaß, den sie den Kindern des Dorfes vermittelt haben, geschah etwas unerwartetes: ein Kind hat sich mit einer roten Nase und viel Courage zu den Soldaten begeben, und hat gefragt, was eigentlich das Problem sei. At-Tuwani hat seit dem 12. August einen 24-stuendigen Elektrizitaetsanschluss, frueher wurde sie bloß von einem Generator produziert und funktionierte nur fuer 3 Stunden am Tag. Der naechste Schritt ist der, die naechstliegenden Doerfer zu verbinden.

Am 5. August wurde eine Frau des Dorfes von einigen Siedlern angegriffen, da sie protestiert hatte, als diese einene Maschendrahtzaun um ein Stueck Land zogen, auf welchem die Hirten immer ihre Schafe weiden lassen. Die Polizei wurde gerufen, doch der Zaun blieb.


CASTEL VOLTURNO

Pasco Pagano, das Viertel von Castel Volturno, wo wir seit einem Monat hingezogen sind, koennten wir fast schon als Touristenstaette bezeichnen, da im August aus den laendlichen Teilen Kampaniens viele Leute aus Urlaub herkamen.

Unsere Aktivitaeten dort werden immer reicher und vielfaeltiger, auch wenn wir die Sommerpause beruecksichtigen mussten. So haben wir zum Beispiel am Sommercamp der Pfarrei von Pesco Pagano „Sommer mit Freude“ teilgenommen. Nach dem Camp haben wir unsere eigenes „hausgemachtes“ gestartet: wir haben mehrere Kinder am Strand mitgenommen, anfangs waren es 4, dann kamen zwei albanische Brueder hinzu, dann noch ein italienischen Maedchen. Wir haben auch 2 neue Roma-Familien kennengelernt, die jetzt unsere Italienischkurse besuchen.

Im August haben wir mit der Gruppe von der Internetseite Black and White ein Fußballtournier gespielt; wir haben versucht, die verschiedenen Gruppen zu vermischen und Leute, die sich nicht kannten, zusammenzutun. Im August wurde auch viel gefeiert: das Summercampfest, das, des Comboni-Ordens, welches fuer die Leute des GIMs, ...



ALBANIEN

Unsere Besuche in den Familien, die unter Rache stehen, folgten; wir haben bemerkt, dass die Leute uns schon viel waermer aufnehmen, wir bemerken einen richtigen Unterschied zwischen jetzt und im Maerz, als wir ankamen. Dank eines Freiwilligen, der eine ganze Zeit lang zu Besuch war und als Clown wirkte, hatten vor allem die Kinder eine schoene Zeit. Wir bemerken immer mehr dass das Phaenomen der Depression in Kindern und Frauen, die unter Rache stehen, sehr haeufig ist. Wir haben uns deshalb vorgenommen, ihnen besonders viele Aktivitaeten vorzuschlagen.
Wir haben Kontakt zu einigen Familien in diesem Monat gepflegt, die die Wiederversoehnungen durch ein Bajraktar, einen traditionellen Versoehner, gefragt haben.
Wir moechten nun auch einen Kontakt zu jede Familien aufbauen, die den Racheakt ausueben, da wir als Operazione Colomba vom Prinzip her auf beide Seiten sind, da ja beide „verletzt“ sind.
Mit der Doktorin haben wir in diesem Monat vor allen eine Frau begleitet, die Nierenprobleme hat. Ihre Familie wurde versoehnt und hat versoehnt; sie sind ein Beispiel und Zeugen davon, was andere Familien in der gleichen Situation machen koennten. Wir haben weitere Familien mit der Doktorin besucht, welche vor allem psychologische Hilfe brauchten. Auch die Informatikkurse folgen, die Kinder haben daran richtig Spaß. Wir haben mit einigen ein Denkmal in Scrutari besucht, da sie ein kleines Video dazu drehen und schneiden wollten. Durch den Kurs hatten wir die Gelegenheit, neue Familien kennezulernen und die anderen besser zu kennen.