Monat Juli 2010

Report - News der Projekte aus Kolumbien, Kossovo, Palästina/Israel, Albanien und Castel Volturno


KOLUMBIEN

In diesem Report werden wir ueber den Skandal mit dem DAS, dem Verwaltungsdepartements der Sicherheit der Staates, berichten. Dieses Organ beschaftigt sich mit der Kontrolle der Auslaender im Lande, außerdem hat es einige Intelligence-Aufgaben, falls Gefahren fuer die Sicherheit des Staates drohen. Trotz all dem, hat dieses Organ seine Macht genutzt, um illegal Telefonate von Richter und der Magistratur, von Gewerkschaftler, politischen Gegner der Regierung und Menschenrechtsverteidiger abzuhoeren. Außerdem wurden Dokumente gefunden, sie bezeugen, dass dieses Organ auch Leute festgenommen, verschwinden und gefoltert hat lassen.

Das DAS ist somit ein korruptes Organ, wie auch die UNO in ihren Berichten festgestellt hat. Auch einige Fuehrer paramilitaerer Organisationen haben zugegeben, sich von DAS geholfen haben zu lassen. Die wichtigsten Bosse haben wahrscheinlich sogar eine Art Spezialeskorte.
Was uns betrifft, Juli ist schnell vorbeigegangen; wir haben einige Begleitaktionen in Alto Joaquin durchgefuehrt. Unsere Kontakte zu den Leuten der Gemeinschaften entpuppen sich immer mehr zu Freundschaften, was wir sehr schoen finden. Ab Mitte des Monats haben wir unsere Begleitsaktivitaeten vor allem in der Zone um Cordoba konzentriert, da dort leider in der letzten Zeit sehr viel bewaffnete illegale Grupen gesichtet wurden, die den Famiien drohen.


KOSSOVO

Am 23. Juli hat der UN-Internationale Gerichtshof in Den Haag die Unabhaengigkeit des Kossowos als rechtskraeftig erklaert, da das internationale Recht durch diesen Antrag nicht verletzt wurde. Die serbische Regierung hat darauf geantwortet, dass Serbien nie einen kossowarischen unabhaengigen Staat anerkennen wird. Mehr Infos unter: snipurl.com/10rujt Was uns angeht, es folgen unsere Besuche in Zallq/Zać, wie auch unsere Besuche der Familien in Goraždevac.

Die 3 Mitglieder des Konfliktsequpies haben mit Ilir und Fitim an einem Bildungstreffen in Tivat (Montenegro) teilgenommen, welches die Fortsetzung eines Seminars ueber die Arbeit, die wir im Juni mit einigen Freiwilligen einer Gruppe von Prijedor, Bosnien und der Trientner Runde fuer den Kossowo und fuer Kraljevo organisiert hatten. Fokus des Treffens, damals wie heute, war der Konflikt und die Wiederversoehnungsversuche.

Die Fußballtourniere fahren weiter fort, doch haben in diesem Monat wegen den Ferien weniger Leute daran teilgenommen. In Prishtinë/Priština haben wir in diesem Monat das ganze Material aufgearbeitet, das wir fuer unsere wandernde Fotoausstellung und unser Konzert Ende August brauchen werden.

PALASTINA-ISRAEL

Die Situation im Gaza-Streifen bleibt kritisch. Was die Siedlungen und ihre Ausdehnungen betrifft, hat Israel sein Versprechen, bis September 2010 diese „einzufrieren“, nicht gehalten. In Ost-Jerusalem, vor allem in den Vierteln von Sheikh Jarrah und Silwan wurden mehrere palaestinaensischen Familien ausgewiesen. Sogar in Ramallah, welche zu der Zone A gehoert, gab es einige Abrissbefehle, wie im Viertel Nabi Saleh im Norden der Stadt. Im Jordantal wurde ein palaestinaensisches Dorf, nachdem es von der Zivilverwaltung des IDF als Militaerzone erklaert wurde, komplett zerstoert. Das gleiche geschah mit einem beduinischen Dorf in Negev. Das alles hat aber nicht die Demos aufgehalten, die jede Woche in Ostjerusalem und in der West Bank gegen den neuen Siedlungen und der Mauer stattfinden.

Wir haben auch am 23. Juli an einer Demo gegen die israelische Besetzung in Ostjerusalem teilgenommen; am gleichen Tag wurde in einer Demo in Bil’in Luisa Morgantini, Ex-Vizepraesidentin des Europaeischen Parlaments, von Rauchbomben des Militaers getroffen und fuer eine Stunde festgenommen. Im Juli fand auch das leider sehr enttaeuschende Treffen zwischen Obama und Netanyahu statt. Zu all dem hat es im Juli auch das schamvolle Spektakel einiger israelischer Soldaten , welche ein Taenzchen im Zentrum Hebrons hingelegt haben, gegeben: auch das zum Beweis dass die Siedliungspolitik schon „Normalitaet“ geworden ist, den Unterdrueckten wird die Wuerde entzogen.
Was uns in At-Tuwani betrifft, scheinen ein paar gute Neuigkeiten zu sein: Es wurde uns Wasser und Elektrizitaet versprochen, dank dem Engagement con DCO, dem Verwaltungsorgan von IDF. Teil des Versprechen wurde schon Wirklichkeit, als sie uns am 31. Juli die Dokumente der Kabelanschluesse in die Hand drueckten. Wahrscheinlich wird At-Tuwani schon ab Mitte August Elektrizitaet haben.

In diesem Monat hat auch das Summer Camp begonnen, es werden verschiedenen Aktivitaeten vorgeschlagen: Sprachen, Sport, Dabka, Kunst- und Bastelwerkstaette, Musik und Tanz. Wir haben schon einen Ausgflug nach Nuba mit dem Summer Camp gemacht, fuer die Kinder war es eine schoene Gelegenheit, sich endlich einmal ein wenig frei zu fuehlen. Am 21. Juli wurde ein Schaf einem jungen Hirten von Tuba von 3 Siedlern, einer davon bewaffnet, gestohlen. Das Schaf wurde zurueckgegeben, da gluecklicherweise die Organisation B’Tselem eine Videoaufnahme davon gamacht hatte und das Video der Polizei uebergeben wurde; fuer die 3 Siedler hat es aber keine strafrechtliche Folge gegeben.

In der Nacht zwischen 28. und 29. sind einige Siedler auf ein Feld einer palaestinaensischen Familie gestuerzt, sie haben Zaun, Wasserrohre, und viele der Pflaenzchen zerstoert. Waehrend des Monats haben wir besonders viele Soldaten in Vorposten von Havat Ma’on beobachten koennen. Mehr Infos auf dem Blog “Tuwani(R)Esiste”: tuwaniresiste.operazionecolomba.it


CASTEL VOLTURNO

Die Spannungen gegen den Buergermeister Antonio Scalzone haben ein wenig nachgelassen. Auch die Dokumentskontrollen der Polizei scheinen nicht mehr so oft stattgefunden zu haben. Die (Schwarz-)Arbeit im Bereich Ackerbau und Bauwesen ist hingegen durch die Hitzt des Sommers intensiver geworden, wie auch die Stunden die die Arbeiter dort leisten muessen.

Wir Freiwilligen haben uns jetzt in ein Viertel zwischen Castelvolturno und Mondragone, namens Pescopagano, niedergelassen. Es ist ein komplettes Squatterviertel, ein „No-man’s-land“, wie es oft genannt wird. So koennen wir aber mehr Kontakt zu den Migrianten und ihre Realitaeten pflegen. Wir werden in unseren Taetigkeiten von einer kleinen Pfarrei unterstuetzt, da der Pfarrer sich viel um Integrierung kuemmert. Wir haben weiters eine Abendschule mit Italienischkurs in der einzigen Moschee von Castelvolturno und in einer Adventistenkirche gestartet.

Mit Hilfe von Pater G. besuchen wir weiters die Familien, in denen die Leute rechtliche Hilfe fuer Dokumente brauchen. Ende des Monats haben wir uns mit den anderen Mitgliedern der Redaktion der Seite www.neroebianco.org getroffen, um neue Ideen zu entwickeln; zum Beispiel waere es schoen, mit einer echten Zeitung in „Papierformat“ zu beginnen.



ALBANIEN

Im Juli haben wir versucht, neue Familien kennenzulernen. Wir kaben eine kleine Reise in die Tropoja-Region unternommen, um das Phaenomaen der Rachetoetung besser kennenzulernen, da es dort verbreiteter ist, und um einen Bajraktar, einen traditionellen Friedensstifter, kennenzulernen. Uns wuerde gefallen, eine Studiengruppe wie die im Kossovo zu gruenden.
Mit der Aerztin folgen weiterhin die Besuche in den Haeusern, vor allem waren wir im Juli oft bei einem tetraplegischen Jungen, deren Familie unter Rache steht, um zu schauen was fuer Analysen und Therapien wir angehen koennten. Der Informatikkurs ist sehr erfolgreich, wir versuchen ihn so kreativ wie moeglich zu gestalten.