Monat Mai 2010

NEWS DER PROJECTE:


KOLUMBIEN

in diesem Monat moechten wir ueber das Phaenomen der “falsos positivos” berichten. Dieser Ausdruck bezieht sich auf die Situation, in der die Polizei oder andere “oeffentliche Kraefte” wie das Heer eine Person aus der zivilen Bevoelkerung toetet, es aber dann so darstellt, als ob die Guerrilla daran Schuld sei. Es ist ein sehr altes Phaenomen, schon seit der Haelfte des letzten Jh. (der Zeit der “violencia”); aber nur in den letzten Jahren wurde es bekannt, auch dank der Familien der Opfer die es oeffentlich angeklagt haben. Laut Daten der UNO im letzten Jahr hat es circa 1800 Betroffene im ganzen Territorium Kolumbiens gegeben.

Man spricht schon von einem “Staatsverbrechen”, auch da das Staatsprogramm fuer eine demokratische Sicherheit das Phaenomen ins Wachsen gebracht hat: dieses System besagt naemlich, dass jeder Soldat oder Batallon einen Bonus auf seinen Gehalt fuer die “Eliminierung” von Guerrilla-Anhaneger bekommt. So haben die Soldaten angefangen, richtigen Schlachten zu fuehren. Es wird demnaechst fuer die Praesidentsschaft gewaehlt: als Favorit gilt der Kandidat Santos.
Wir der Operazione Colomba haben mit unseren Taetigkeiten weitergemacht: es folgten auch in diesem Monat mehrere Begleitaktionen, vor allem in den Veredas von Mulatos und La Resbaldosa, welche uns im Moment am kritischsten erscheinen. Wir haben auch einige Versammlungen mit den Fuehrern der Friedensgemeinschaften veranstaltet.


KOSSOVO

In diesem Monat wurde die Unabhaengigkeit Kossovos von Seiten Djibutis und Somaliens anerkannt, somit sind es schon 69 Staaten der UNO, die Kossowo als Staat anerkennen. In Mitrovica, wo lokale Wahlen stattgefunden haben, gab es mehrere Unruhen, die Polizei hat mit Traenengas geworfen. Im Dorf Zalq/Za haben eine Gruppe von Serben Gewaltepisoden angestiftet. So haben wir entschlossen eine Frau aus Goraždevac dorthinzubegleiten, da sie einen Verwandten besuchen wollte.

Wir haben, in Goraždevac, eine Prozession vom Patron „Jeremindan“ erleben koennen, welche mit einem Bad in Fluss endete. Mit der Studiengruppe haben wir uns ueberlegt, eine eigene kleine Organisation zu gruenden, um selbst mit den Aktivitaeten der Operazione Colomba weiterzumachen. Im Youth Point war leider wenig los. Die Fußballtourniere halten sich im Gegenteil sehr gut, auch in den „gemischten“ Mannschaften.

Das Equipe Konflikt wurde in den Besuchen in Zalq/Za miteinbezogen. In Prishtine/Priština naht die das Fotografieprojekt dem Ende zu; Das naechste Highlight wird die „wandernde“ Ausstellung sein. Die Teilnahme am Projekt ist groß, es ist viel Enthusiasmus zu spueren.

PALASTINA-ISRAEL

Es war ein Monat voller Gewalt, in unserem kleinen Dorf sowie auch fuer Freedom Flotilla, es wurden 9 tuerkische Aktivisten getoetet, die das Embargo brechen wollten, welches einanthalbe Milion Palaestinaenser zwingt, in Hungernot zu leben. Das Schiff wurde außerhalb der territorialen Gewaesser um Gaza attackiert. Darauf folgte eine mediatische Zensur von Seiten Israels, wobei diese Geschichte natuerlich die internationale Presse erreicht hat.bDie israelianische Presse hat alles mit einem einfachen „taktischen Fehler im Kampf gegen den Terrorismus“ vertilgt. So wurde auch die Sicherheit Israels sichtbar, dass mit Hilfe von einfachen Erklaerungen jede Gewalttat unbestraft bleiben kann. Die internationale Gemeinschaft wurde mit einigen zu einfachen Worten schaendlich zum Schweigen gebracht. Zurueck zu uns: die Felder wurden geerntet, es war hart, aber die ganze Gemeinschaft hat mitgeholfen; auch das bildet ein Merkmal des palaestinaensischen Widerstandes.
Viele der Felder befinden sich ja in der Naehe der Siedlungen von Ma’on und dem Vorposten von Havat Ma’on. Es gab aber keine schlimmen Unfaelle. In der Nacht zwischen 10. und 11. Mai wurde der Zaun zerstoert, der den Siedlern den Eintritt in der Gemeinschaft erschwert. Daraufhin wurde Anklage erhoben (Bericht unter: snipurl.com/xjcgy). Am 25. Mai hat das Heer einen Abrissbefehl des Hauses einer palaestinaensichen Familie im Dorfe Ar-Rakeez erbracht, denn das ist auch eine Politik, um die Leute rauszuwerfen, genauso wie die kontinuierliche Expandierung der naheliegenden Siedlungen von Ma’on und Carmel und der illegalen Vorposten von Havat Ma’on und Avygail. (Siehe das Dokument dazu: snipurl.com/xjcpl und die Fotos: snipurl.com/xjcjk ). Was die Eskorte der Kinder von Tuba und Maghair al-Abeed betrifft, kamen die Soldaten oftmals in diesem Monat zu spaet und die Kinder waren so der Gefahr der Siedler ausgestellt.

Am 2. Mai haben die Kinder beschlossen, mit 2 unserer Freiwilligen den laengeren Weg zur Schule zu begehen, da die Soldaten gar nicht mehr kamen. Als sie in At-Tuwani ankamen, wurden sie von 2 maskierten Siedlern mit Pferd so verschreckt, dass sie kurzerhand wegrannten. (Bericht: snipurl.com/xjcf7 )


CASTEL VOLTURNO

Es gibt weiterhin viele Spannungen zwischen dem neuerwaehlten Buergermeister Scalzone und dem Organisationsnetz, welches weniger Diskriminierung und mehr Dialog in Punkto Migrierung  fordert. Es folgen auch die Spannungen wegen der Dokumentskontrollen der Carabinieri, die auf den oeffentlichen Verkehrsmittel und in den Haeusern der Migrierten gemacht werden. Um die Aufenthaltsgenehmigungen zu bekommen oder auch nur temporaert zu erweitern, bedarf es immer mehr Zeit und auch Glueck, da es leider oft fast unmoeglich ist, diese echt zu erlangen, die Gesetzesregelungen werden in der Hinsicht immer unmoeglicher. Der Innenminister Maroni hat oefters in diesem Monat von seinem Willen gesprochen, 10 neue Ausweisungszentren zu bauen, eines davon in der Region Kampanien.

Wir Freiwillige haben jetzt mehr und mehr bewgonnen, die Immigrierten auch in den Orten zu begleiten, wo Arbeit gesucht wird, da in den Bussen sie ja oftmals von der Polizei aufgehalten werden.

Es folgen auch weiterhin die Treffen mit den Organisationen, die einen „wandernden“ Schalter fuer die Immigrierten oeffnen moechten (wo wir Freiwillige der Operazione Colomba auch mitarbeiten moechten), wo sie die Moeglichkeit haetten, sich Informationen und Hilfe rechtlicher Art holen koennen. Weiters haben wir begonnen, einen Kurs fuer Theater der Unterdrueckten zu starten, indem wir Themas verarbeiten, die unserem, das der Migration, verarbeiten.



ALBANIEN

Es folgen die Visiten der Familien in einem Dorf in der Naehe von Shkoder, wir werden immer von unserer Aerztin begleitet, damit sie den Familien medizinische beisteht, die unter Rache stehen.

Weiters haben wir einige Informatikkurse fuer Kinder und Jugendliche im Schutz vor der Racheakten begonnen; es nehmen jetzt zirka 6 Kinder daran teil. Einige von den Kindern haben aus Angst beschlossen, die Kurse bei ihnen daheim zu machen, so bringen wir die PC’s dorthin. Die anderen Kinder holen wir trotzdem von ihrem Haus ab. Dei Kurse gefallen den Kindern sehr, sie sind interessiwert und sehr begabt.

Mit Simone und den Zivildienstleistenden „Caschi Bianchi“ (Valentina und Marcello) haben wir eine Tischrunde organisiert, an der alle Organisationen die in Shkoder mit Wiederversoehnung arbeiten, teilnehmen. Mit ihnen moechten wir einige Treffen organisieren, um konkrete Aktivitaeten zu starten und um ein  Netz zu bilden.