Report - News der Projekte aus Palästina/Israel, Albanien und Kolumbien
PALÄSTINA
Kontext
Die Sonne im Juni ist immer stärker in At-Tuwani, und sie brennt auf der Haut der Frauen ab dem Sonnenaufgang. Die letzte Ernte hat auch in dem Khelly Tal stattgefunden und der ganze Dorf hat sich gefreut, da das Tal neben der Siedlung von Ma'on liegt und wurde deswegen in den letzten Monaten öfter angegriffen.
Leider ist die Lage in dem beduinischen Dorf von Umm Al Kheer nicht so ruhig: die daneben liegende Siedlung (Karmel) verbreitet sich gerade, und jetzt umringt sie das arme einzige Haus der Familie. Die Besetzung des Hügels neben dem Dorf seitens der israelischen Bewohner der Siedlung fing heimlich an, mit dem Erbauen eines kleines Holzhaus auf einem privaten palästinensischen Eigentum; dann kam eine Reihe Olivenbäume um die Straße, die zum Hügel führt, zu einschränken; letztlich kam das Verbot für die palästinensischen Hirte, auf den Hügel zu gehen.
Suleiman, einer der Hirte, gibt nicht auf und protestiert: die Armee nimmt ihn ein Paar Stunden beschlagt an dem ersten Tag, am zweiten wird er von der Polizei festgenommen. Dank den israelischen Aktivisten, wird er nach manche Tagen später freigelassen, aber die Problemen neben seinem Haus sind noch präsent.
Auch in Tuba, ein Dorf neben At-Tuwani, sind die Problemen anwesend, und sie kommen am Meistens mit den „Besuchen“ von der Armee oder von israelischen Setteler: unerwünschte Besuchen, die öfter auf Grund von erfundenen Verbrechen (der Diebstahl eines Schafes, zum Beispiel) mit der Begleitung der Armee gemacht werden.
Trotz dem psychologischen Druck der israelischen Besetzung, versuchen die Palästinensern ihr Leben so normal wie möglich weiter zu leben: für die Kinder ist die Zeit für ein Summer Camp. Die Kinder brauchen eine militärische Eskorte auch um das Summer Camp zu besuchen, aber trotz dieses Paradox sie würden auf keinen Fall diese Gelegenheit verpassen. Dieses Jahr geht es um ein wandern Summer Camp durch die verschiedenen Dörfer, um das Treffen und Kennenlernen unter den Kinder zu vertiefen. Die Besetzung verunsichert die Bewegungen zwischen den Dörfern aber in zwei Fällen hat die Gruppe den Weg, der direkt unter dem Vorpost von Havat Ma'on läuft, ohne militärische Begleitung gelaufen, um ihr Recht auf freie Bewegung zu betonen.
Am 25. gab eine Pressemitteilung auf dem Firing Zone 918 – eine Ausbildungszone der israelischen Armee in palästinensischen Gebiete – bei der einigen israelischen Anwälte und Schriftsteller die Lage der 8 Dörfer, die eine gesamte Räumung riskieren, erklärt haben und sie haben auch die Petition, unterschrieben von David Grossman und andere 25 wichtigen israelischen Schriftstellern, vorgestellt.
Am Monatsende hat das Festival des gewaltlosen Wiederstandes mehr als 250 Personen in Al Mufaqarah, ein kleiner Dorf auf dem Firing Zone 918, gebracht. Darunter gab es alle mögliche Leute: von Repräsentanten von EU-Projekten zu Journalisten, von internationalen, israelischen und palästinensischen Aktivisten zu Politikern.
Mitarbeit und -Leben
Anfang dieses Monats waren wir sehr mit Begleitungen beschäftigt, insbesondere für die Hirte beim Weiden: wir waren dort mit unseren Kameras im Umm Al Kheer als die Settler den ganzen Hügel besetzt haben und als Suleiman festgehalten wurde. Wir haben die Gewalt dokumentiert und den alten Beduine interviewt und auch gefilmt, wie die Armee ein tragbares WC requirierte, weil es zu nah zu der Settlement von Karrmel stand – während der Vorpost immer größer wird.
Mit dem Sommer gingen die Hirte immer weniger weiden: wir hatten deswegen mehr Zeit, uns mit dem Firing Zone 918 zu beschäftigen.
Während der letzten Schultagen und während des Summer Camps haben wir oft die Kinder begleitet, wenn die militärische Eskorte nicht anwesend. Wir waren immer anwesend bei dem Sommer Camp und bei dem Festival des gewaltlosen Widerstandes, zwei Events, die von der Europäischen Union finanziert wurden.
Widerstehen: die Isolierung bekämpfen
Die Besetzung trennt, zerbricht die Brücken, macht das Bewegen unmöglich.
Dörfer, die voneinander nur ein Paar Kilometer entfernt sind, werden durch die Angst getrennt, die Angst, sich beweglich zu machen. Es ist die Angst, bei einem Check-Point Stunden lang bleiben zu müssen, verhaften zu werden, oder nachgelaufen zu werden.
Deswegen ist das Summer Camp so wichtig: es gibt die Möglichkeit, sich wieder zu treffen, alte Gesichter zu sehen; es ermöglicht den Kindern, ihre erste Nacht irgendwo anders zu verbringen, es ermöglicht die Schaffung von Netzwerke, es ermöglicht die Freude des Zusammenseins.
Die Gewaltlosigkeit ermöglicht die Abschaffung solche Entfernung, die Abschaffung der Angst und der Unterschieden: gegen jede kleine und große Wand.
ALBANIEN
Aktuelle Lage
In der letzten Zeit hat sich die Aufmerksamkeit der Media auf den Wahltag konzentriert, der am 23. Juni stattgefunden hat. Die Lage war überhaupt nicht ruhig während der Wahloperationen mit verschiedenen Unfälle.
Deswegen gab es in letzter Zeit eine geringe Aufmerksamkeit auf die Problemen der Blutrache, die aber leider sehr aktuell sind. Nur im Juni gab es 6 Fälle von hakmarrje (Rache) und gjakmarrje (wörtlich „Nahm des Blutes“), mit insgesamt 10 Opfern.
Solche Beispiele vermehren die Anzahl von Personen und Familien, die in dem Phänomen der Blutrache einbezieht wurde, da es um neue Familie geht.
Bedeutungsvoll ist das, was in Elbassan passiert ist: einen Mann und eine Frau wurden erschossen und ermordet. Seit einer Woche wurde den Opfer von dem Gefängnis befreit, nach eine 17-Jahre lange Strafe wegen einer Ermordung. Sein Mörder, den ersten Untersuchungen nach, ist der Bruder von seinem Opfer. Das zeigt uns zwei verschiedenen Sachen: erstens, die Stabilität und Kontinuität des Problems und das Misstrauen der Bevölkerung auf die staatliche Justiz (20 Jahre Gefängnis waren nicht genug) und zweitens die Verbreitung der Phänomen Gjakmarje auf fast den ganzen albanischen Gebiet, da Elbassan geographisch mittig in dem Staat liegt, und nicht nur in den Bergen des Nordens, wie man öfter die Rede ist.
Am 5. Juni ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Strafe für Gjakmarje verschärft: jetzt wird eine Strafe von 30 Jahre bis lebenslängliche Freiheitsstrafe für solche Fälle vorgeschrieben.
Mitarbeit und -Leben
Juni ist sehr anstrengend gewesen, das Größte wegen Advocacy-Aktivitäten und der Planung der Interventionen für die Förderung der Wiederversöhnung von den Familien.
Die Besuchen sind weiter geführt worden, sowie die Begleitungen ins Gefängnis und ins Krankenhaus. In dieser Zeit folgen wir manche Situationen, die, wegen ihrer Komplexität, sehr viele Energien verbrauchen.
Die Frauengruppe ist leider im Sommer nicht aktiv, aber wir besuchen immer die Frauen in ihren Zuhause. Mit der Jungendgruppe haben wir manchen informellen Treffen und Fußballspiel organisiert: es ist Teil einer Strategie, um sie uns nah zu haben auch wenn keine Schule gibt.
Wir haben uns auch für die Kampagne „5000 Unterschriften fürs Leben“ sehr bemüht: wir waren in verschiedenen Orten um Unterschriften zu sammeln und wir hatten die Möglichkeit, uns mit vielen anderen Personen zu konfrontieren. Unsere Aktivitäten hatten auch eine gute Resonanz in den staatlichen Media, da eine wichtige Zeitung über unsere Unterschriftensammlung geschrieben hat.
Am 14. Juni, mit den anderen Assoziationen, die gegen die Gjakmarje kämpfen, eine Demonstration organisiert. Das Datum hatte auch eine andere Bedeutung, weil genau vor einem Jahr wurde ein 17-Jahre altes Mädchen ermordet, ohne etwas mit dem Mörder zu tun zu haben.
An der Demo waren auch manche Verwandten von dem Mädchen.
Freiwilligen
Juni hatte Giulia frei. Die Präsenz in Albanien während des Monats wurde von Marcello und Laura versichert, mit der Stütze von Sara, Silvana und Francesca. Wir hatten auch die lokalen Freiwilligen: Franceska, die eine Woche lang bei uns daheim gewohnt hat und war vor allem sehr nützlich für die Sammlung der Unterschriften.
KOLUMBIEN
Kontext
Die Friedenskommunität hat in diesem Monat eine neue Woche der Universidad Campesina (Bauernuniversität) organisiert. Ein der wichtigsten Seminare, die stattgefunden haben, betraf die kolumbianischen Gesetzte, insbesondere das Ley de las Victimas (Gesetzt der Opfern) und das Restitucion de Tierra (Rückgabe der Erde) und ihre Wirkung auf die Indios-, Bauern- und Afro-kolumbianischen Kommunitäten. Der Referent war German Romero, Anwalt eines Netzwerk unabhängiger Anwälte von Bogotá.
Der Anfangspunkt, um das Gesetzt besser zu verstehen, liegt in der Unterschied zwischen das Wort „Erde“ und das Wort „Gebiet“. „Gebiet“ bezeichnet eben nicht nur die Erde, sondern das Ganze, wo die Aktivitäten einer Kommunität stattfinden (gesellschaftlich, kulturell, wirtschaftlich). Das Konzept der „Erde“ reicht also nicht, um alle Variablen zu erklären, die eine Wirkung in Fall einer Enteignung auf das Leben einer Bauern Kommunität haben. Wenn ein Gesetzt nur von „Erde“ redet, entleert es die traditionelle und kulturelle Bedeutung: dann wird die Erde nur ein physisches Gestell für die Kultivierung, „befreit“ von den soziokulturellen Einbeziehungen. Das ist der zentrale Punkt des Gesetzes der Rückgabe der Erde, und zwar jenes Gesetzt des kolumbianischen Staates, das die Rückgabe der Erde zu der Familien vorschreibt, in dem gleichen Maßen (Quantität, bzw. Fläche) wie sie in der Vergangenheit durch Räumungen oder andere Verbrechen gestohlen wurde.
Heutzutage passiert öfter folgendes: die Familien bekommen nur die Erde zurück, und nicht die Konditionen, die sie in ihrem Gebiet hatten.
Das sieht noch schlimmer aus wenn wie das Gesetzt mit dem neuen ökonomischen Kurs des Staates verbinden: Kolumbien hat die Gesetzte des freien Markts aufgenommen (auch durch das Freihandelsabkommen), mit ihrer Idee des Wachstums im Sinne von Neoliberalismus. Das bedeutet natürlich Wettbewerb, innerhalb und außerhalb des Staates, in allen Wirtschaftssektoren – und das auch bei der Landwirtschaft und unter den Bauern, die sehr weit von diesem Konzept und von dem dazukommenden Individualismus sind. In einem Umfeld, das von dem Krieg und von der Unterentwicklung geschöpft wurde, ist die Idee des Konkurrenzdenkens eine gefährliche Idee.
Der Bauer, der immer eine mit seinen Notwendigkeiten stark gebundene Polykultur hatte, muss „Erzeuger“ werden; die Landwirtschaft wird der Stadt untergeordnet. Was noch dummer ist wenn wir die Produktionsrate der kleinen Kommunitäten betrachten: mehr als 75% der Alimenten, die in Kolumbien gebraucht werden, sind ja dort produziert.
Eine Rückgabe der Erde ohne das Gebiet macht kein Sinn, die Personen befinden sich plötzlich in einem von Kontext abweichenden Ort, wo es kein soziales Netzwerk gibt, das für das Know-How, für das notwendige lokale Mikromarkt bürgt, was zu einer nachhaltigen Entwicklung fuhrt.
Es gibt auch keine wirtschaftliche Hilfe und die Bauern müssen selbst die Welt des freien Markts kennenlernen, ohne große Chancen, besser leben zu können und mit dem Gefahr, ärmer zu werden. Diese Lage zwingt oft den Bauer, seine Erde zu größeren und mächtigeren Eigentümern zu verkaufen, öfter multinationalen Unternehmern, gegen kleines Geld. Dem Bauer bleibt dann die Wahl: Arbeitskraft in einem landwirtschaftlichen Unternehmer, gegen einem lächerlichen Lohn und ohne die kleine Autonomie der Vergangenheit, oder ab in die Stadt zu gehen, um den großen Stadtrand zu verbreiten, mit der Perspektive (im glücklichen Fall) eines schlecht bezahlten Job.
Der afro-kolumbianische oder einheimische Bauer, natürlich mit Unterschieden, trägt mit sich ein Wertesystem, eine Kultur, einen zeitlichen und räumlichen Raum. Er wohnt ein Gebiet. Der Erzeuger braucht die Erde, er muss nur produzieren, für den Markt und für das System.
Aktuelle Lage – Mitarbeit und -Leben – Freiwilligen
Im Juni waren die Freiwilligen von Operazione Colomba sehr aktiv im Bezug auf Begleitungen und in dem Friedensdorf selbst, vor allem für verschiedenen Angelegenheiten, die mit der Universität zu tun hatten. 27. Juni war auch Gedenktag für Eduard Lanchero, Mitglied und ideologischer Leader der Kommunität, der seit einem Jahr gestorben ist.
Einige Repräsentanten von anderen kolumbianischen Kommunitäten haben an der Universität teilgenommen teilgenommen; anwesend war auch Gloria Cuartas (die vorige Bürgermeisterin von Apartadò), Padre Javier Giraldo, eine Anwältin des Collettivo, German Romaro von dem Red de Defensores no Institucionalizados“, eine Anthropologin und einige Studenten. Paolo, Freiwilliger von Operazione Colomba, hat auch einen Vortrag mit Übungen über die Kartographie gehalten.
Eine Begleitung nach La Esperanza, beim Beginn des Monats, hat neulich betont, wie schwierig die Lage in verschiedenen Gebiete neben San Josè de Apartadò ist. Während des Aufenthaltes der Freiwilligen hat eine Truppe der Armee entschieden, sich gleich neben dem Haus einer Familie der Kommunität zu lagern. Trotz den wiederholten Befragungen seitens der Familie – die Soldaten hatten angegriffen werden können, und vor allem sie waren auf einem privaten Besitz – die Truppe blieb zwei Tagen lang dort, und dann verlagerte sie sich nur 10 Minuten Fußweg von der Zone: nach weniger Stunden wurde sie von einer illegalen Gruppe angegriffen und die Schießerei dauerte mehr eine Stunde.
Am 7. Juni in San Josè (circa 10 Minuten Fußweg von dem Friedensdorf entfernt) 4 Soldaten wurden von der Explosion einer Bombe in einem unbewohnten Haus des Dorfes schwer verletzt. Der Anschlag wurde von der FARC geführt, auch in diesem Fall am Tag und in den unmittelbarer Nähe eines Dorfes: die Explosion hat auch einigen Fenster der Schule beschädigt.








