Monat Februar 2013

Report - News der Projekte aus Palästina/Israel, Albanien und Kolumbien

PALÄSTINA

Die Hügeln südlich von Hebron werden jeden Tag bunter und heller. Die Täler, jetzt gedeckt von Blumen und frischen Gras, erwecken die Schafen nach dem langen Winter. Manche Hirte bleiben immer länger mit deren Tieren unterwegs, und gönnen sich die schöne Zeit des Frühlings; andere haben schon entschieden, die saisonale Migration nach von den Hügeln nach den Täler in der Nähe von Masafer Yatta zu machen.

Es passiert den Freiwilligen immer öfter, bei den Begleitungen der Hirte, an Geburten von Lämmer teilzunehmen: das neue Lebenszyklus wird die Produktion von Leban, das typische Joghurt, vergünstigen. Nach der ersten Hälfte des Monats haben die kleinen Radios der Hirte aufgehört, die ländliche dabke Musik zu wiedergeben, um den Protestbewegungen aus ganzem Westjordanland zu folgen; sie solidarisieren mit Samer Issawi, ein Palästinenser, der seit 200 Tagen im Gefängnis durch einem Hungerstreik gegen die administrative Haft kämpft.  Dank der administrativen Haft in Israel kann jeder, ohne präzise Anzeige oder Prozesse und nur durch geheime Proben, festgehalten werden.
Die Anspannungen haben sich deutlich verstärkt nach dem Tod Arafat Jaradat, der im Gefängnis gestorben ist unter unklarer Umstände.
Die palästinensische Presse und Bevölkerung sprechen von der Möglichkeit einer dritten Intifada , während die Gewaltlosen Komitee um die Gewaltaktionen sehr besorgt sind.

Zusammenarbeit und –Leben

Februar ist mit einem Sonderevent begonnen: aus dem Albanien-Projekt die Freiwilligen von Operazione Colomba haben ein Skype-Meeting organisiert, weil die dortige Jugendgruppe  Hafez, den Verantwortliche für das Volkskomitee des Widerstandes südlich von Hebron, kennen lernen wollten. Die Jugendlichen haben Hafez viele Fragen gestellt, über die gewaltlose Erfahrung des Komitees und über seine persönliche Geschichte. Insbesondere wurde das Thema der Beziehungen mit der „anderen“ im Krieg beteiligten Partei öfter betroffen.
In At-Tuwani und in den nähren Dörfer hat es sehr dynamischen und vollen Tagen gegeben: die Präsenz von Hirte neben dem Vorpost von Havat Ma’On und der Kolonie von Ma’On ist öfter von Angriffen der israelischen Bevölkerung und von dem Eingreifen israelischer Soldaten beschränkt worden. In den meisten Fällen sind die Freiwilligen neben den Hirte geblieben und haben die Lage beobachtet; öfter haben sie mit den Soldaten geredet, um eine Vermittlung zu versuchen. Die Soldaten  greifen ein, weil sie von der israelischen Bevölkerung gerufen werden, um die Hirte zu entfernen und es ist kaum möglich, mit denen zu reden: die typische Antwort ist: „wir führen einen Befehl aus“. Die meisten sind Reservisten, die nur 30 Tagen im Jahr die Uniform tragen, und die Lage überhaupt nicht kennen.
Manchmal passiert es auch, dass manche von denen einen Schritt mehr machen, und die körperlichen und geistlichen Grenzen des Uniformes überschreiten: wenn das passiert, dann entdeckt der Soldat und der Hirt, sie sind Teil der gleichen Geschichte, eine Geschichte, die sie nicht direkt oder mit Absicht geschrieben haben. Eine Geschichte, die leider eine Reihe von unwahre Bilder und Verurteilen in ihren Augen gestellt hat, die ihre Wahrnehmung zerstören. Es ist das Alltagsleben, das ob und zu dabei hilft, die Seiten dieser Geschichte zu zerreißen, und dann bleibt das palästinensischen Kefiah und der israelischen Helm nur Kleidungstücke eines Theaters: das wahre Leben darf weitergehen.

Die Aktionen des Samstags, gefördert von der Komitee mit der Zusammenarbeit von Operazione Colomba und anderen internationalen und israelischen Aktivisten, gehen auch weiter: neben der Kolonie von Suseya und dem Vorpost von Mitzpe Yair viele palästinensischen Frauen, Alter und Kinder versuchen ihren Felder und Grundstücke zu erreichen, die von der israelischen Bevölkerung illegal besetzt sind. Diese Aktionen werden oft von der Armee beendet, durch die Erklärung einer Militärzone in dem Gebiet. Ab der Erklärung jeden, der ohne Genehmigung in der Zone bleibt, kann festgehalten werden. Aber der gewaltlose Widerstand braucht Geduld, und den palästinensischen Frauen fehlt diese Qualität nicht: sie sind aktiver Teil des Widerstandes, und öfter protestieren sie laut gegen die Soldaten, öfter gehen sie einfach weiter zu arbeiten, manchmal setzen sie sich und kochen Tee oder kümmern sich um ihre Kinder. Diese Tätigkeiten widerspiegeln ihr Leben und ihre Dignität, ihr Recht, dieses Land zu bewohnen.

Auch das „School-Patrol“ geht weiter, leider mit vielen Inkongruenzen: die Soldaten kommen öfter in Verspätung um die Kinder zur Schule zu begleiten, und manchmal gehen sie nicht den ganzen Weg mit ihnen. Vor einigen Tagen, die Kinder wurden allein gelassen, haben zwei israelische Männer (mit gedecktem Kopf) die Kinder angegriffen.  Glücklicherweise haben die Kinder geschafft, zurück zu Hause zu laufen, und niemand wurde von den geworfenen Steinen getroffen.
Die Freiwilligen von Operazione Colomba haben die ganze Gewalttat aus der Ferne gesehen, und darüber den Menschenrechtsorganisationen in Israel berichtet.
Mitte Februar wurde ein Hirt, der normalerweise immer seine Schafen neben die Vorposten von Avigayil und Mitzpe Yair weidet, von zwei Männer angegriffen: sie haben versuchen, seine Kamera zu zerstören, seinen einzigen Schutzmittel gegen die Gewalt, der er immer dabei trägt, wenn er weg von seinem Dorf weidet. Nail, so heißt der Hirt, hat das ganze der israelischen Polizei angezeigt. Aber er hat keine Angst, und sicher will er nicht seine Arbeit aufgeben: am nächsten Tag war er schon bereit, mit seiner Kamera in der Hand, mit seinen Schafen den gleichen Weg zu gehen. Die Freiwilligen sind mit ihm gegangen.

Widerstehen

Die israelische Besetzung wird sehr sichtbar wenn die so genannten „flying checkpoint“, temporäre Sperre, die für lange Zeit die palästinensischen Autos blockieren, von der Armee gestellt werden. Auch im Februar gab es sehr vielen davon, insbesondere auf der Strasse nach Yatta. Am Ende des Monats wurden 15 Personen, davon 4 Kinder, bei einer Sperre 8 Stunden lang blockiert: sie gingen gerade ihre Verwandten zu besuchen, und hatten in der Vergangenheit nie Problemen gehabt. Die Armee hat aber entschieden, die Zone sei Militärzone erklärt worden, und deswegen sie sei nur am Wochenende erreichbar. Das ist eine völlig neue Regel, die noch mehr die Bewegungsfreiheit in der Zone beschränkt.
Die Freiwilligen von Operazione Colomba waren dabei, und blieben mit den Palästinenser bis in der Nacht: dank ihre Vermittlung, dürften sie die Anwälte anrufen, da die Polizei vorher die Benutzung von Handys nicht gestattet hatte. Die Palästinenser haben entschieden, dort die Nacht zu verbringen, und haben dafür einen Feuer angezündet: sie wollten gar kein Kompromiss mit der Armee schaffen, weil sie das Recht auf ihrer Seite hatten. Das heißt gewaltloser Widerstand, und eine solche Aktion bringt die Personen immer mehr zusammen.
Um 3 Uhr in der Nacht wurden zwei Autos und zwei Quad von der Polizei konfisziert: die Erwachsene haben den Dorf zu Fuß erreicht, weil die Kinder wurden mit den anderen Autos begleitet.

Die Advocacy-Arbeit über die Firing Zone lebt noch und geht weiter: ihr könnt die Petition unterschreiben auf der Website www.nofiringzone918.org

 

ALBANIEN

Auch in diesem Monat ist die Anzahl an Tode von Kriminalität, Hausgewalt,  hakmarrje (Rache) und gjakmarrje (das Nehmen des Blutes) schrecklich beeindruckend gewesen. Solche Gewalttaten machen das Leben vieler Personen sehr instabil und, vor allem in der Randzonen, stellen eine sehr schwere Situation dar, wo das öffentliche Fühlen nur über Verlassen, Staatsmangen und Zukunftsunsicherheit spricht.
Der Mord eines Mannes, geschehen vor einigen Tagen in Scrutari, öffnet einen Jahre langen und sehr gewaltigen Familienstreit wieder; die Familie des Opfers ist in scrutari sehr bekannt, weil sie, am Ende des 20. Jahrhunderts, an einem der schwersten Konflikten je passiert teilgenommen hatte. Zwischen den zwei Familien gab es ungefähr 20 Tode: sie haben sich fast gegenseitig vernichtet. Jetzt wird die Situation noch brennender.
In diesem Monat hat sich die Presse mit dem Thema der politische Asyl und der albanischen Emigration nach EU-Länder sehr viel beschäftigt. Insbesondere hat das ESI (European Stability Initiative) Report über die Sicherheit, die Migration und Asylbefragungen aus den West-Balkan Länder (Montenegro, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Albanien) ein großes Aufsehen erregt. Nämlich, wie die größten Zeitungen Albaniens wiedergeben, machen manche EU-Länder (Deutschland, Frankreich, Schweden und Belgien vor allem) sich Sorgen um die Anzahl an Asylbefragungen, die in 2012 sehr gestiegen ist. Nur aus Albanien haben 2012 5000-6000 Personen nach politisches Asyl gefragt, fast 3 Mal so viel wie in vorigen Jahren. Dieses Phänomen scheint keine Pausen haben zu können und erzähl von dem Rennen, um das Land zu verlassen. Grenzen zwischen den „richtigen“ und „falschen“ Befragungen zu stellen ist ganz schwierig: oft flüchtet man wegen der wirtschaftlichen Situation, mit der Hoffnung nach einer besseren Zukunft. Auf der anderen Seiten kann man die Gewalt und die Sicherheitsproblemen nicht übersehen: in Albanien zu bleiben, mit der Vermehrung der Gewaltaktionen heißt es, über fast keine persönliche Sicherheit zu verfügen. Deswegen haben viele wichtigen lokalen Personalitäten einen Aufruf der Regierung erlassen, mit dem Bitte, etwas für das Phänomen zu machen.

Mitleben und Arbeit

In den ersten Tagen Februars hat uns Pfarrer Gianfranco Testa besucht, der in Scrutari lokalen Nonnen und Pfarrer eine Ausbildung zur Versöhnung anbietet. Er hat mit uns einige Familien besucht, mit welchen wir schon eine gute Beziehung führten. Mit ihm haben wir begonnen, den Versöhnungskurs zu vorbereiten, den wir zwischen Ende April und Mai einiger Familien vorschlagen möchten.
Das Besuchen der Familien geht weiter, sowie das Beobachten einiger Familien, mit denen wir Kontakt verloren haben oder die wir seit langer Zeit nicht mehr sehen. Wir folgen gerade einigen Situationen, um ein positives Weitergehen des Prozesses zu fordern und in einigen Fällen haben wir es geschafft, Kontakt mit den Familienführern zu haben, um einen Versöhnungsversuch zu etablieren.
Die sanitäre Arbeit mit der Ärztin Regina geht auch weiter: sie hilft der Familien jetzt seit Jahren, und sie hat sie wirklich lieb. Diese Arbeit, marginal in dem Project, ist manchmal eine wahre Antwort an den Notwendigkeiten mancher Familien, die keine wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Mitteln hätten, oder die einfach sich unsicher Fühlen, auszugehen. Das Mitleben dieser Alltagslebensituationen heißt für uns sehr viel, weil hiermit das Vertrauen gebildet wird.
Auch im Februar sind wir nach Tropoje gefahren, um die dort lebenden Familien zu besuchen. A Gjakova (Kossovo) haben wir Zenun getroffen, der in ganzen Nord Albanien bekannt ist, weil er in sehr kurzer Zeit sich versöhnt hat: er selbst hat uns seine Erfahrung erzählt, wie er in drei Stunden die Mörder seines Sohnes vergab. Sein Zeugnis ist sehr wichtig weil es die Möglichkeit der Versöhnung zeigt, und weil es von einem albanischen Mann stammt, der unter den Druck von gesellschaftlichen Sitten litt. Unsere Idee wäre es, die Kontakte mit Zenun lebend zu halten, damit er ein Bespiel für die Familien in Scrutari sein könnten: wir werden versuchen, ihn nach Scrutari zu bringen.

Das Frauentreffen geht weiter: in diesem Monat hat Irene S., eine Italienerin die in Tirana wohnt, einen Beitrag über Frauen in der Politik geführt. Die Frauen machen sie sich immer mehr vertraut, behaupten unser Haus als ein schützender und familiärer Ort, wo sie frei ihre Meinungen äußern können.

Mit der Jugendgruppe haben wir verschiedenen Aktivitäten gemacht: am wichtigsten gilt das Skype-Treffen mit Hafez, verantwortlicher der At-Tuwani Komitee in Palästina: er hat die Erfahrung seiner Gewaltlosigkeit und die Geschichte Palästinas erzählt, und die zahlreichen Fragen der Jungen geantwortet. Unser Traum ist es, Hafez hier in Albanien begrüßen zu können, damit er auch die Situation hier besser kennenlernen könnte.

Auch im Februar haben wir im Zentrum Scrutaris demonstriert. Auf zwei großen Plakate haben wir die Effekte der Giakmarrje und die der Versöhnung geschrieben, mit populären Redewendungen, die als gemeinsamer Nenner das Wort Herz hatten. Das Ergebnis, trotzt dem schlechten Wetter, war ganz gut, sowohl für die Anzahl an neue angeredete Personen als auch für die neue Dialogsmöglichkeiten die wir hatten. Wir hoffen in März eine große Unterschriftensammlung schaffen zu können, um dann zur Regierung und Zeitungen zu gehen.

Wir hatten auch die Gelegenheit, einen Beitrag an der politikwissenschaftliche Universität in Tirana über das Thema Menschenrechte zu führen: es gab uns die Möglichkeit, den Studenten über Operazione Colomba zu informieren und die Kultur der Gewaltlosigkeit  zu fordern.

Mit dem Verein Aleanca per Jeten (Bündnis fürs Leben) treffen wir uns ständig: die Gruppe versucht gerade, sich eine gemeinsame Identität zu geben, eine sehr schwierige Aufgabe weil das Konzept ganz neu ist, fast unbekannt in dem Land.

Freiwilligen

Im Februar, neben der Präsenz von Marcello und Laura, kamen auch Alessandro (Freiwilliger in Palästina), der mit uns 3 Wochen blieb, und Ettore. Wir danken ihnen von tiefem Herzen für die Bereitschaft und die Aufmerksamkeit auf die kleinen Sachen, die unsere Alltagsarbeit sehr erleichtert hat, und uns ein Bild aus einem anderen Sicht gegeben hat. Ein paar Tage lang blieb auch Antonio de Filippis, der Verantwortlicher von Operazione Colomba, bei uns.
Wir danken sehr Dario, Franceska, Beni und Loreta, lokale Freiwilligen, die uns immer bei der Aktivitäten helfen, und Irene für ihre Mitarbeit mit der Frauengruppe.
Ein riesiges Dankeschön an Sokol, der mit seiner Konstanz und Bereitschaft hilft uns weiter in den Versöhnungsprozessen mit den Familien.
Gegen  Monatsmitte erreichten uns auch Mila und Matteo, die hier bis Ende März bleiben werden.

 

KOLUMBIEN


Ein wachsender Pessimismus herrscht um die Friedensverhandlungen in Havanna;  in dieser Lage kommt die Entführung zwei Polizisten in den Valle, Cauca, bei der FARC wirklich in falscher Zeit. Das hat natürlich dazu gebracht, dass die zwei Parteien zum ersten Mal das Basis-Abkommen sich nicht mit der Kriegsthema zu beschäftigen gebrochen haben: die erste wahre Krise der Friedensverhandlungen gibt gerade gute „Patronen“ deren Kritiker.

Zweifellos gilt das als erstes Alarmzeichen für beiden Parteien und zeigt die Unfähigkeit, die tiefe Unterschiede gut behandeln zu können; jetzt könnten Regierung und Guerilla die Friedensverhandlungen scheitern lassen, bevor sie die ersten Ergebnissen produzieren können.
Es ist doch kein Geheim, dass die Verhandlungen in Havanna ständig weniger Volksenthusiasmus mit sich bringen: jetzt dienen sie viel mehr der internen Opposition, und zwar dem Ex-Präsident Alvaro Uribe, der immer gegen Präsident Santos war.

Die zwei Polizisten heißen Victor Alfonso Gonzales und Cristian Camilo Yate, und wurden am 25. Januar von einem FARC-Kommando entführt. Was ihnen passiert ist, hat sehr tief das Land berührt, ein Land, das in der (nahen) Vergangenheit ähnliche Situationen erlebt hat, wo die FARC Militärleute und Zivilen jahrelang in dem Wald festgehalten haben, um sie gegen ihre Häftlinge zu tauschen.

Vier Tage nach der Entführung haben die FARC einen Bericht herausgegeben: “… wir klagen das Recht ein, Mitglieder der staatlichen Macht, die sich bei dem Kampf ergeben, gefangen zu nehmen. Sie sind Kriegsgefangenen, und das passiert in jedem Konflikt überall in der Welt „. Die FARC bezeugen, sie werden den Vorwurf über ein humanitären Häftlingstausch ablehnen. Außerdem hat der Bericht betönt, die FARC haben die „Geld-bezogenen Entführungen“ aufgegeben, aber nicht die sehr berühmte „002 Gesetz“ (erklärt bei Mono Jojoy), das als Ziel die Erpressung von Unternehmer hat.
„Eine Entführung ist eine Entführung“, hat am nächsten Tag Humberto de la Calle gesagt, Chef der Regierungsdelegation: hiermit hat er zum ersten Mal das Schweigen, das die ganzen Verhandlungen charakterisiert hatte, gebrochen.
Die Antwort der FARC war eindeutig: Ivan Marquez, Chef der Delegation,  hat der Regierung beschuldigt, auf der Suche nach eine Ausrede zu sein, um die Friedensverhandlungen zu unterbrechen. Er hat bezeugt, die Abkommen seien klar gewesen: man hätte nicht mit diesen Tönen über den Krieg geredet, wie die FARC schon gezeigt hatte, als ihre Lagern von der Armee während des unilateralen Waffenstillstandes im Dezember bombardiert wurden. Dazu hat er gesagt, es sei nutzlos über die Konsequenzen des Krieges zu klagen, wenn auf dem Verhandlungstisch kein Abkommen über die Kriegsaktionen gab.

Der selben Präsident Santos hat sich eingemischt und hat gesagt: „wenn die FARC gedacht haben, durch diese Entführungen Druck auf der Regierung stellen zu können, um einen Waffenstillstand zu erreichen, sie haben sich geirrt […] die Armee kennt der klaren und endgültigen Befehl sehr gut: mit jedem Mittel gegen diese Organisation“.

In letzter Zeit gab es auch eine Vermehrung der Kriegsaktionen von beider Seiten, welche das Friedensprozess noch schwieriger macht. Am Wiedereröffnungstag der Friedensverhandlungen haben die FARC vier Soldaten in Narino ermordet und drei Zivilen in Cauca entführt, die gleich mit einer Militäroperation freigestellt wurden. Am nächsten Tag haben die Armee und die Polizei den Tod Jacobo Arango, Chef des FARC 5° Front, und 5 anderen Guerilleros durch einen Bombenangriff in Tierralta (Cordoba) bezeugt. Stunden später drei Mitglieder der Polizei sind unter die Schüsse des 59° Front der FARC gestorben, in La Guajira. Die stärkste Reaktion darauf ist von der Ex-Präsident Alvaro Uribe gegeben worden, der am 1. Februar auf Twitter ein Bild der gestorbenen Polizisten gestellt hat, mit der Beschreibung: „Polizei des Landes ermordet. Man informiert, dass die Täter Anhänger des terroristischen Front (59° von der FARC) sind“. Das ganze hat viele Sektoren der Bevölkerung sehr empört, da sie dachten, es sei nicht richtig Politik auf dem Blut der Toden.
Die Friedensverhandlungen gingen langsam weiter, und gaben in letzter Zeit auch ein Paar Ergebnisse auf Seite der Agrarpolitik, der erste Punkt auf dem Agenda: jetzt ist die Lage ganz anders geworden. Die zwei Parteien senden sich gegenseitig Berichten und Pressenmitteilungen, genau dass, was sie nicht tun sollten, wie sie gesagt hatten.

Aktuelle Lage – Mitarbeit – Freiwilligen

Am 23. Februar ein Mitglied der Friedenskommunität hat ein Anruf bekommen in dem der Anrufer, nicht identifiziert, über ein schon geplantes Massaker der Kommunität gesprochen hat, dessen Ziel die Leaders der Kommunität sein werden. Dazu empfiehl er, „die Kinder nicht auf die Strasse laufen zu lassen, weil sie könnten auch Tod fallen“.
Nach diesen Drohungen hat Amnesty International einen Aufruf erlassen, die ihr auch unterschreiben können:

Aufruf

Im Februar wird auch den 2005 Massaker gedenkt, als am 21. Februar 2005 8 Personen von der Armee und von Paramilitäre ermordet wurden.
Wie jedes Jahr haben die Freiwilligen von Operazione Colomba das Veredas von Mulatos und von Resbalosa, wo der Massaker stattfand, erreicht. In den tagen des Gedenkens wurden auch die neuen Mitglieder des internen Rates der Kommunität gewählt.

Die Begleitungen nach das Vereda La Esperanza gehen weiter, wegen der sorgsamen Präsenz paramilitärischer Truppe. Die zahlreichen Männerverluste zwischen denen macht die Lage noch komplizierter: die Angst vor Rachen auf die zivile Bevölkerung ist wahr und hart.
Man bleibt auch sehr besorgt für die Lage bei den Veredas La Cristalina und Mulatos: es herrscht eine ständige Bewegung von Truppen, seien sie aus der Armee, Paramilitäre oder Guerilla, die eine ständige internationale Präsenz befragt.
Ruhiger scheint die Lage in Cordoba, wo Operazione Colomba bleibt auf jedem Fall tätig.
Neuigkeiten des Monats sind die Ankünfte von Andrea und Costanza, die mit uns und mit der Kommunität die nächsten Monaten verbringen werden.