|
NEWS DER PROJECTE:
KOLUMBIEN Vertiefung zum Thema Zwangsräumung Kolumbien ist heute ein Land, wo das Phänomen der Zwangsräumung immer mehr zutage kommt, und zwar immer stärker. Laut der Definition aus 1988 des Generalssekretär der Vereinigten Nationen versteht man für „interne Zwangsgeräumte Personen oder Gruppen, die gezwungen werden, von ihren gewöhnlichen Wohnorten um einem bewaffneten Konflikt, der generellen Gewalt, Menschenrechtsverletzungen oder Natur- (oder vom Menschen bedingte) Katastrophen zu entfliehen und welche außerdem noch nicht eine international anerkannte Staatsgrenze überschreiten konnten. In Kolumbien ist dieses Phänomen direkt mit dem bewaffneten Konflikt innerhalb des Staates verbunden. Wenn man aber Orte, in denen der Konflikt sehr stark ist mit denen, wo die Zwangsräumungen am intensivsten sind vergleicht, gibt es oft keine Übereinstimmungen, wie auch der Artikel von „Time“ vom Oktober 2009 zeigt. Die Journalisten befragen sich nämlich über die reellen Gründe der Zwangsräumungen und die Schlussfolgerungen zeigen einige Strategien auf, um nicht legitime Übergänge von Reichtümern und Besitztümern für multinationale Konzerne, die Projekte im Bereich Erdöl, Mineralen, hydroelektrischer Energie, große Monokulturen und Kokaanbau haben, zu schaffen.
So ist die Zwangsräumung am Ende doch, mehr als ein Effekt der bewaffneten Konflikten, eine Kriegsstrategie, die von bewaffneten Aktoren benutzt wird, um Territorien zu entvölkern, bei denen die Interessen der Narkotraffikanten, der nationalen und internationalen Konzerne erwachen. Die Gewalt ist so ein Mittel um das Land in ein Schachbrett zu verwandeln, in denen die verschiedenen Gemeinschaften je nach Interesse verrückt werden. Aus diesen Zeilen können wir entnehmen, dass es nicht die Zwangsräumung gibt, da es Krieg gibt, sondern eher umgekehrt. Nach der CODHES, der „Consultoría para los Derechos Humanos“ ist die Anzahl der Zwangsgeräumten in den letzten Jahren so angestiegen, sodass sie heute an 4.629.000 reicht, auch wenn die Regierung behauptet, es seien nur rund 3.115.266. Es werden nämlich nicht alle Fälle diesem Status anerkannt; und von denen die stets anerkannt wurden, werden in der Realität die Rechte durch ein bestimmtes humanitäres Programm nur für ein knappes 60% geschützt. Jüngste Analysen der Armutsindexa in Lateinamerika haben bewiesen, dass in Kolumbien eine der schlimmsten Situationen im ganzen Kontinent herrscht; auf gleichem Niveau wie Bolivien, Haiti und Guatemala. An dieser Situation ist natürlich auch die Gewalt an den Zwangsgeräumten Schuld, da sich so der Bevölkerungsanteil immer mehr vergrößert, der unter der Armutsgrenze lebt. CODHES besagt so, dass in Realität 98% der Zwangsgeräumten in Armut (über-)leben und nur 2% aller jede Hilfe bekommen haben, sie vom humanitären Programm vorgeschrieben sind. Die Zwangsräumung ist so nicht nur ein Ausschließungsphänomen, sondern auch ein Phänomen der sozialen Zersplitterung, da es selbst die Existenz der Campesinos-Gemeinschaften zerstören kann indem es ihre sozialen Bindungen und Traditionen auflöst. Auch wenn wir den reellen Ausmaß der Problematik nicht schätzen können, ist es trotz allem sehr ernst zu nehmen. Außer dem humanitären Notfall wurden zirka 10 Millionen Hektar Land mit Gewalt und ohne jegliche Gerechtigkeit den Campesinos, Eingeborenen und den Afro-Kolumbiern entzogen . Die Menschenrechtsverletzungen in Bezug auf den Zwangsgeräumten wurden vom Verfassungsgerichtshof 2004 und 2008 aufgegriffen; das exekutive Organ der Regierung wurde infolgedessen verpflichtet, all die Maßnahmen einzuführen, um eine Situation, die die Menschenrechte der Opfer garantieren soll, wiederherzustellen. Kolumbien ist das Land, das am meisten von der ganzen Welt von dem Phänomen der Zwangsräumungen betroffen wurde. Freiwillige und Miteinander-Sein Der Monat April hat unserer Gruppe sehr geholfen noch mehr zueinander zu finden, auch weil wir schon zu fünft waren. Das Klima in der Gruppe war sehr lustig und schön und war gleichzeitig eine besondere Möglichkeit, uns über die ernsteren Themen zu unterhalten und so das Projekt besser zu organisieren. Die traurige Neuigkeit, dass Simone und Massimo, Mitglieder der Comunità Papa Giovanni XXIII, in Venezuela bei einer Mission tot aufgefunden wurden, wurden von der Gruppe gemeinsam erarbeitet, vor allem von Monica, die sie direkt kannte. Die ganze Gruppe hat Ostern in der Vereda Il Mulatos mit den Freiwilligen der PBI, einen Jesuitenpater und verschiedene Mitglieder jener Friedensgemeinschaft gefeiert. Es war ein sehr familiärer Moment und wir konnten mit der Gemeinschaft über einige Massaker sprechen, über die es sonst schwierig ist. Wir haben aber auch einige Taufen gefeiert. In diesem Monat haben wir weiter viele Freundschaften mit den anderen Internationalen (FOR und PBI) geknüpft, um auch eine bessere Koordinierung unserer Arbeit zu gestalten. Am 10. April ist Monica nach Italien zurückgekehrt, trotzdem ist sie uns auch von dort ein großer Beistand. Da wir trotzdem immerhin zu viert waren, konnten wir uns gut aufteilen, um sowohl in den Veredas als auch in San Josecito anwesend zu sein. Am 19. hätte Beatrice kommen müssen, sie wurde aber vom isländischen Vulkan aufgehalten und konnte nur am 26. kommen. KOSSOVO Generelle Situation In diesem Monat wurde Kosovo als Staat und so seine Unabhängigkeit von Swasiland und Vanuatu, einigen Pazifikinseln, anerkannt; bis heute sind es so schon 67 Staaten, die auch in den Vereinigten Nationen Mitglieder sind. Im Hinsicht auf die Beziehungen zwischen den Völkern kam ein Problem für die serbische Gemeinschaft auf, vor allem in Istog Istok und im Dorfe Zac, in denen der albanische Teil sich mit Gewalt gegen der Wiedereinsiedlungsversuche einiger serbischen Familien gewehrt hatte. Eine andere Spannung hat sich gebildet, da die serbischen Telefonverstärker von den kosowarischen Autoritäten abgebaut wurden, da sie anscheinend nicht die Steuern bezahlt hatten; das alles wurde von der serbischen Bevölkerung als Komplott und als den zigsten Versuch, sie zu isolieren, angesehen. So gingen die Serben auf die Straße in Graçanicë/Gračanica, es gab aber auch Explosionen an albanischen Verstärkern im Norden von Mitrovicë/Kos. Mitrovica. Miteinander-Sein April ist der Monat der orthodoxen Osterfeier; wir hatten so die Möglichkeit viel Zeit und schöne Momente mit der Gemeinschaft von Goradevac zu verbringen. Ein besonderer Augenblick war die Begleitaktion einer serbischen Frau nach Gjakova/Đakovica, wo sie ihre albanischen Nachbaren nach langer Zeit – vor dem Beginn des Krieges - wiedersehen konnte. Die Freiwilligen haben auch zweimal das Kloster von Deçanë/Dečane aus reiner Neugier und Wissenslust und natürlich auch wegen dem Fotografieprojekt in Pristhinë/Priština, besucht, so hat sich die Gelegenheit ergeben mit einigen Personen des Dorfes die Liturgie am Donnerstag zu Sankt Stefan und mit einigen orthodoxen Mönchen des Klosters gemeinsam zu feiern. Von großer Bedeutung und Aufmerksamkeit war die Rückkehr von M, eine alte Bekanntschaft der Operazione Colomba, der aus Sicherheitsgründen lange Zeit aus dem Kosovo fliehen musste, wir haben nun viel Zeit mit ihm und seiner albanischen Familie verbracht. Equipe Konflikt Die Fußballspiele zwischen den Jungs aus Goradevac und Poqestë fahren weiter fort; oft mischen die zwei Teams die Spieler, damit Albaner und Serben im gleichen Team spielen können. Im Bezug auf den Youth Point haben wir freitags Abend das Kino wiederhergestellt und es scheint, dass viele Leute kommen. Die Reise von Sandra und Sokol, einem Mitglied des Equipe, die sie nach Trient für ein Photographieprojekt geführt hatte, hat sich mit einem ausgezeichneten Resultat und Kommentar ihrerseits abgeschlossen. Studiengruppe Nach mehreren Treffen haben wir beschlossen aus der Studiengruppe eine juristisch anerkannte Organisation zu machen, die sich besonders die folgenden Ziele zu Herzen nehmen wird: 1. Studium, Erarbeitung und Bemühen zur Lösung der Konflikte zwischen 2 oder mehreren Gruppen, vor allem aber mit denen, die bis jetzt wenig Kontakte pflegten und die sich nicht besonders um die Zusammenarbeit kümmerten; 2. Bessere Organisierung der Treffen, um den Dialog und die Gegenüberstellung in verschiedenen sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen zu stärken; 3. Analysen, Vertiefung und Verständnis der oben angegebenen Themen erarbeiten; Reports erstellen; Lobbying- und Advocacy-Aktivitäten über soziale, wirtschaftlichte und kulturelle Problematiken ausarbeiten, auf die die Gemeinschaft aufmerksam gemacht hatte; die Institutionen miteinbeziehen. In dieser Phase wird die Rolle unserer Organisation jene sein, die nur simplen Beistand zur Verfügung stellt, indem wir die Gruppe auf diesem Wege begleiten um sie von uns unabhängig zu machen. Wir hoffen nämlich stark, dass sobald wir nicht mehr hier sein werden, unsere Aktivitäten trotzdem noch von dieser Organisation weiter am Leben gehalten werden Prishtinë/Priština Das Photographieprojekt „Ein Blick nach Kosovo“ mit den Jugendlichen der Kunstfakultät von Prishtinë/Priština und mit den Jungs aus Graçanicë/Gračanica wird weitergeführt. Von den 10 Reisen die ein Präventiv hatten, wurden bis jetzt 5 in verschiedenen Orten der Region gemacht, es wurden schon um die Tausend Fotos geschossen Mitte der Woche haben sich unsere Freiwillige mit den serbischen und albanischen Jungs in Uglare, in der Nähe von Prishtinë/Priština, im Haus der Colomba getroffen, um der Arbeit, die bis jetzt gemacht wurde, eine Bewertung zu geben, es kam ein sehr konstruktiver Dialog raus. Ende Mai, sobald alle Reisen fertig sein werden wird sich jede Person ein Foto aussuchen können, wird diese Wahl begründen und mit all diesen Bildern werden wir ab September eine „wandernde“ Ausstellung organisieren. Freiwillige Im April ist Stefano für einen Monat nach Hause zurückgekehrt. Mitte März ist hingegen Elena zu uns gekommen, die für 1 Monat geblieben ist, Anfang April ist Cristina für zirka 20 Tage gekommen. Maria hat uns freundlicherweise für 10 Tage besucht, am 27. sind auch Emanuele und Martina zurückgekehrt, die für 3 Monate bleiben werden. Danke an alle! PALASTINA-ISRAEL Generelle Situation Im April wurden 11 Palästinenser ermordet und 285 verhaftet. Sechs der Opfer stammten aus Westjordanien. Unter den Verhafteten befanden sich auch viele Bewohner aus Al-Quds (Jerusalem), von denen 26 minderjährig waren, Sie wurden beim Protest gegen die israelische Kolonialisierung von Ost-Jerusalem, welcher palästinensischer Teil der Stadt ist, festgenommen: 321 ist die Anzahl jener palästinensischen Gebäude, welche der Gemeinderat um Sheykh Jarrah abreißen will. Um die archäologischen Reste der antiken Stadt des Davids auszugraben, müsste man das ganze Viertel von Silwan zerstören, welcher sich entlang des „Heiligen Beckens“ erstreckt; dieses letzere bezieht einen „Kolonien“-Gürtel im Herzen des östlichen Teils von Al-Quds und der Zone um die Moschee Al-Aqsa (welche für den Islam ein heiliger Ort darstellt) mit ein. Dies alles ist Teil eines Prozesses, der das unkontrollierte Expandieren der Kolonien in Westjordanien und Ost-Jerusalem plant. Beistand dabei ist die Militärsverordnung Nr. 1650, die vom Höchsten Kommando des israelischen Heers am 13. Oktober verabschiedet wurde und am 13. April dieses Jahres in Kraft getreten ist und die, die Zwangsmigration für mehrere Palästinenser aus Westjordanien vorschreibt. Mit dieser Verordnung könnte man theoretisch alle Palästinenser aus Westjordanien festnehmen, prozessieren, verhaften und deportieren. Richard Falk, der sich in der ONU um Menschenrechte in Palästina kümmert, wirft dem Staate Israel vor, den Art. 49 des IV Genfer Abkommen zu verletzen; dieser verbietet nämlich die Deportierung des Volkes von diesen Gebieten, im Gegenteil es zwingt sogar die Institutionen diesem Volk Schutz und Sicherheit zu gewähren. Anfang April kam auch de Neffe des Mahatma Gandhi, Rajmohan, mit seiner Frau zu Besuch, sie wurden vom palästinensischen Parlamentarier Mustafa Barghouthi begleitet und haben Hebron besucht; sie versuchten, sich einer illegalen Siedlung bei der Moschee von Ibrahim, für den Islam der drittbedeutendste Ort, anzunähern, doch die Soldaten haben ihnen mit Blockaden die Straße abgesperrt. Rajmohan Gandhi hat die Unmenschlichkeit der elektrisch geladenen Zäune vor der Moschee (die natürlich von Israel installiert wurden) öffentlich angeklagt und hat auch Entrüstung für all die Gewalt von Seiten Israels in Hebron, wo Häuser und Land immer wieder konfisziert werden geäußert. Situation in At-Tuwani Trotz den vielen Gewaltakten gegen die palästinensische Bevölkerung um die Hügeln im Süden von Hebron und vor allem in At-Tuwani, geben die Einwohner ihren gewaltfreien Kampf nicht auf. Am 3. April wurde ein Siedler in Shab El Shamsti gesichtet, wie er eine Pistole aufgeladen hatte und die Waffe gen einer Herde mit palästinensischen Hirten gerichtet hatte, doch die Anwesenheit von israelischen und internationale Pazifisten konnte das schlimmste verhindern. Am 5. April haben einige Siedler ihre Herde auf ein Weizenfeld in At-Tuwani zum Weiden gebracht, sie haben die ganze Ernte zerstört. Am 14. des Monats wollten einige Lehrpersonen wie üblich zur Schule von Al Fakheit zum Unterricht gehen, sie haben aber auf der Straße Stein- und Erdhaufen aufgefunden und konnten so nicht durchfahren. So mussten sie ihre Autos dort stehenlassen und sind zu spät zum Unterricht gekommen. Am 20. April kam gerade ein Bauer von seinen Feldern ins Dorf zurück, als 3 Siedler (einer davon war maskiert) ihn mit Steinen attackiert haben; er konnte glücklicherweise mit dem Traktor und ohne Verletzungen entfliehen. Am 21. hat einer der Einwohner von At-Tuwani die Beschädigung (die vorher von einigen Siedlern ausgeführt wurde) eines Brunnens zwischen der Straße, die zum Vorposten von Avigayil führt und der Straße 317; so er hat einige Soldaten verständigt, welche dann strikt behaupteten, dass die Siedler nichts damit zu tun hätten. In der Nacht zwischen 23. und 24. April haben einige Unbekannte ein Feuer in ein Feld, das einigen Palästinensern gehört, gelegt und einen großen Teil der Ernte komplett verbrannt. Diese Art Gewalt mischt sich tagtäglich mit dem psychologischen Terror; zu Opfer werden alle, aber vor allem die Kinder aus Tuba und Maghayir Al-Abeed, die jeden Tag auf die Eskorte in der Nähe des Vorposten von Havat Ma’on warten müssen, um in die Schule zu kommen. In diesem Monat ist die Eskorte besonders oft zu spät gekommen. Außerdem wollen die Soldaten einfach nicht zu Fuß neben den Kindern gehen und sie lassen sie oft auf halb Weg stehen. Die Drohungen an den Hirten von Seiten des Heers und der Polizei hören nicht auf; ihnen wird oft nicht ermöglicht, ihre Herde im eigenen Land weiden zu lassen, öfters ist geschehen dass die Polizei von den Siedlern gerufen wurde. Wie auch die Dorfbewohner, so hat man auch internationalen Freiwilligen gedroht und angegriffen. Am 5. April in Tal von Umm Zeitung kam ein junger Siedler mit bedeckten Gesicht, der schon nachmittags den Hirten öfters gedroht hatte, und hat zwei Freiwillige in einem Hinterhalt gelockt, die gerade allein nach At-Tuwani kehrten. Zuerst hat er sich angenähert und sie mit schlimmen Parolen beleidigt um dann nach einem der beiden mit dem Fuß zu stoßen und gleich darauf zu flüchten. Am 28. April sind 5 Siedler (3 davon mit bedecktem Gesichte und einer mit Fahrrad) vom Wald um Havat Ma‘on raus gerannt und haben versucht 2 Freiwillige anzugreifen, die es trotz allem geschafft haben, zu entfliehen, indem sie ins Tal von Sarura gerannt sind und so die Stecke nach At-Tuwani um ein Stück verlängern mussten.
Es sind aber auch sehr schöne Dinge vorgefallen, wie die Einweihungszeremonie der neuen Schule in Al Fakheit am 9. April. Unter den Anwesenden befanden sich auch Hussein Il-Arij, Gouverneur von Hebron, Tareq Talahma, Vertreter des OCHA (UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten), die Ministern für Gesundheit und Ackerbau der Palästinensischen Autorität, ein Vertreter der Gemeinschaft von Yatta und mehrere Lehrpersonen von verschiedenen Schulen der Region. Zwischen 15. Und 19. April hatten wir das Vergnügen, Paco, Nicola und Francesco, 2 Dokumentarfilmregisseure und einem Fotografen, unter uns zu haben, sie haben die Geschichte, die Gegenwart At-Tuwanis und der anliegenden Dörfer und die Wahl der Bewohner, einen gewaltfreien Kampf zu kämpfen, mit viel Freude dokumentiert. Ein Teil dieser Filme wurde den israelischen Freiwilligen und Organisationen gewidmet, die sich tagtäglich für einen nonviolenten Ablauf des Konfliktes bemühen. Das gesammelte Material besteht aus zirka 45 Stunden Films und Hunderten von Fotos. Es ist das erste Mal das At-Tuwani in einem Film und in einer Fotoausstellung, die die Stärke dieser Leute aufzeigt, erscheinen wird! CASTEL VOLTURNO Kontext Die Gemeinderatswahlen im März haben als Sieger den Popolo delle Libertà mit Antonio Scalzone, neuer Bürgermeister mit 53,5% der Stimmen, gesehen. Gleich nach dem Sieg, wie auch in der Wahlkampanie selbst, hat der Bürgermeister mit Parolen um sich geworfen, da er ja so eine feste Überzeugung zum Thema “Immigration“ hat: „In Castel Volturno brauchen wir keinen Aufnahmezentren für diese Leute, sondern Rauswerf-Zentren. Unser Ruin sind die Comboni-Pater, das „Centro Fernandes“ und all die, die auf der Seite jener Migranten stehen.“ Scalzone hat dem Innenminister Maroni angeboten, Ehreneinwohner des Städtchen zu werden, damit er ihm mehr helfen könne, dem „Migrationsproblem“ eine Lösung zu finden um von einer „Toleranzpolitik zu einer Politik, die die Regeln und die Gesetze respektiert, zu kommen“. Der neue Bürgermeister hat sogar gedroht, dass falls es kein schnelles Einschreiten gibt, er sich gezwungen fühlt, „eine Revolte anzuführen, um unserem Land seine Würde zurückzugeben“. Es wurden mindestens 30 Personen in Rosarno verhaftet, da sie angeklagt wurden, an einem Racket der Ausbeutung und Sklaverei von einigen Migranten im Ackerbausektor teilgenommen zu haben. Unter ihnen befanden sich sowohl Italiener als auch Ausländer, die sich zwischen Villa Literno (bei Castel Volturno), Cassibile (in der Provinz Syrakus) und Palagonia (bei Catania) bewegten, um Arbeiter zu rekrutieren und sie in die Felder zu bringen. In der letzten Aprilwoche wurde der „Report zur Situation der Migranten, die in der Provinz Caserta und in der Zone um Castel Volturno leben“ vom OIM veröffentlicht. Operazione Colomba Der Italienischkurs in Viertel Pesco Pagano geht gut weiter, es kommen auch mehr Leute, da die Combonipater die Leute während der Sonntagsmesse eigeladen haben. Im Bezug auf das Haus des Kindes wurden die ersten Treffen mit den Lehrpersonen der Grundschule organisiert, um auch eine Kontinuität unter sie zu haben. Es folgen auch die Treffen der Redaktion der Internetseite www.neroebianco.org. Nach der Realisierung des Videos, das im Bezug auf die Wahlen gedreht wurde, wurde von einem Amateurregisseur vorgeschlagen, diese Sache weiterzuführen, da er denkt, ein Video zu kreieren sei nicht nur eine gute Kommunikationsmöglichkeit, sondern auch eine Art, um sich untereinander mehr kennenzulernen. Außerdem ist jetzt auch geplant, das finale Produkt in Schulen und in öffentlichen Treffen vorzustellen. Die Redaktion hat sich auch fest vorgenommen, auf die schweren Äußerungen des Bürgermeisters Scalzone zu antworten, auch weil wir draufgekommen sind, dass ein großer Teil der Migrantenbevölkerung nichts von diesen Statements weiß. So wollen wir dieses übersetzen und überall, auch in den Kirchen, verbreiten. Ende des Monats haben sich die Organisationen von Castel Volturno ein zweites Mal mit dem Ziel, das soziale Netz, das aufgebaut wurde zu stärken, getroffen. Es ist beschlossen worden, als ein einziges Komitee den Bürgermeister einen öffentlichen Brief zu schreiben und auch mehr Informationen zu dieses Themen zu verbreiten. Am 10. April waren wir in Rom im CSO Ex SNIA beim Meeting, welches das Antirassismus-Komitee mit den migrierenden Arbeitern aus Rosarno organisiert hatte; außerdem nahmen daran auch die Vertreter der migrierenden Arbeitern aus Rosarno, die Pfarrei aus Bosco Minniti (Syrakus), einige Komitees aus Foggia, Caserta (CSO Ex Canapificio) und Rom, der „Osservatorio AfriCalabria“ und die Genossenschaft Equo-Sud aus Reggio Calabria teil. Der Höhepunkt war das Treffen mit Pater D’Antoni aus der Pfarrei Bosco Minniti, der zwar selbst kein Aunfahmezentrum hat, trotzdem die Migrierten in seiner Kirche aufnimmt. Pater Carlo hat die Wichtigkeit der Menschenwürde in jedem Prozess betont. Er fragt sich, ob es möglich sei, eine Gewerkschaft für diese Arbeiter bilden, um sie im Bezug auf die Verträge zu unterstützen; es sagt, dass in Syrakus sich gerade ein Netz bildet, das Kontakt zu den verschiedenen Institutionen, zu Confindustria und Confagricoltori und zu den Gewerkschaften hat. Trotzdem hat der Pater Angst, dass die Mafia das alles ruinieren könnte, da sie ja anscheinend viel Konnivenz zu den Institutionen hat. Wir haben weiter versucht, die Kontakte zu den Organisationen in Rosarno (RC), Cassibile (SR) und Eboli (SA), die wir schon öfters getroffen hatten, aufrecht zu erhalten. Freiwillige In der ersten Aprilwochen geht Paola von Castel Volturno fort, es kommen aber zuerst Susanna und dann Gabriele. Erica bleibt für ein Monat. Marco R. kommt auf einen kurzen Besuch.
ALBANIEN Generelle Situation Nach einer ersten eher technischen Phase, um alle wichtigen Dinge fürs neue Haus geregelt zu haben, konnten wir in April uns mehr mit dem eigentlichen Projekt auseinandersetzen; wir versuchen am Phänomen der Blutrache zu arbeiten. Dieses wurde in Norden Albanien um 1400 durch die Grundlagen des Kanun Lekë Dukagjini, einem Gesetzeskodex, der sich um „alltägliche“ Angelegenheiten kümmert (Familie, Verlobung und Hochzeit, Privatbesitz, Arbeit, Darlehen und Geschenke, Schwüre, Ehre, Schadenersatz, Rache und Wiederversöhnung,… ) eingeführt und ist heute noch in diesen Zonen verwurzelt indem es ein zum staatlichen paralleles Gesetzessystem bildet. Die Familien und die Personen, die familiäre Opfer eines Mordes oder des Verschmähens ihrer Ehre, die sich aber nicht rächen wollen (da sie ja wissen, dass dies alles einen Teufelskreis hervorbringen würde, da sich die Rache nicht nur auf dem direkten Betroffenen, sondern auch auf alle männlichen Familienmitglieder über 15 Jahre übertragen muss) müssen einen schweren Druck vom Rest der Gesellschaft erleiden damit sich diese Personen doch noch umentscheiden. Jetzt werden aber die eigentlichen Regeln des Kanun oft nicht eingehalten und es werden auch Kinder unter 15 Jahren umgebracht, sowie auch Frauen, die eigentlich von all dem nie betroffen waren. In diesem Monat haben wir mehrere Familien besucht, die unter Rachedrohung leben müssen; die Kinder werden von einigen Lehrpersonen der lokalen Organisation „Ambasciatori di Pace“ (Friedensbotschafter) zu Hause betreut da sie ja nicht rausgehen können. So ist natürlich die ganze Familie ein Opfer, da grundlegende Bedürfnisse (wie Bildung, Nahrung – da ja niemand zum Markt gehen kann und die ganze wirtschaftliche Lage der Familie nicht mehr hält, Gesundheit…) nicht erfüllt werden können. Durch die Lehrperson war es uns nicht schwer, uns der Familie anzunähern, sodass wir uns ihre Geschichte anhören konnten und uns einfügen konnten. Wir sind dann zu einigen Familien mit einem Arzt zurückgekehrt. Aus all dem haben wir gesehen, wie wichtig es ist, Vertrauen aufzubauen. Das möchten wir durch häufige und konstante Besuche, ärztlichen Beistand und Freizeitaktivitäten für Jugendliche erreichen. Wir möchten auch, da ja in einigen Familien dieses Bedürfnis gibt, einen Informatikkurs starten und 5-6 PCs zur Verfügung stellen. In Kürze werden wir auch einige Besuche an Familien, die sich bereits gerächt haben, erstatten. Es wird einige Zeit brauchen, aber das „erneute“ Kennenlernen der Familie der Täter und die der Opfer könnte die einzige Möglichkeit sein, diesen Teufelskreis zu brechen. Einige Familien, die selbst Opfer sind, haben uns sogar gebeten, ihnen zu helfen die Täterfamilie zu treffen um eine Wiederversöhnung zu starten. Wir haben beschlossen, diesen Weg zuerst mit den Familien, die seit längerer Zeit Kontakt zu der Comunità Papa Giovanni XXIII haben zu gehen; wir sind sie mit Simone und Valentina (Casco Bianco) besuchen gegangen. Nach einer ersten Kennenlernphase haben wir versucht auch mit der anderen Familie in Kontakt zu kommen, das alles durch den Beistand für die albanische Gesellschaft wichtiger Figuren, wie Vertreter der religiösen Gemeinschaften und den Bajraktar, den lokalen Friedensvermittler, die mehr Glaubwürdigkeit haben, da sie immer schon in der Gesellschaft existierten.
Eine andere wichtige Tätigkeit ist unser Versuch eine Tafelrunde von allen Organisationen in und um Scutari, die sich mit der Thematik der Blutrache befassen, zu errichten, das alles um unser Wissen zu vereinigen und um zu verstehen ob es utopisch ist, von einer generellen gesellschaftlichen Wiederversöhnung durch den Beistand der lokalen Autoritäten, zu träumen. Unter den Organisationen, die wir so getroffen haben, ist Mjaft, eine NGO die aus Studenten und albanischen Freiwilligen gebildet ist und sich um Sensibilisierung und aktive Jugend, sowie um die Thematik der Blutrache kümmert; auch „Passi Leggeri“, eine Organisation die ein Frauenhaus eröffnet hat. Vor allem aber das Treffen mit dem Vizepräsidenten des Wiederversöhnungskomitees in Scutari und den lokalen Bajraktar hat uns geholfen, über das Thema mehr Klarheit zu schaffen um so auch festzustellen, dass im Kanun auch die Vergebung und die Versöhnung vorgesehen sind. Unser Ziel ist es vorerst, Kontakt zu einigen Bajraktar aufzubauen. In den Treffen, mit den Jugendlichen von Scrutari, haben wir bemerkt wie sie aktiv um die Sensibilisierung kämpfen, auch mit kreativen Mitteln wie Theater. Wir haben mit Hilfe der Comunità Papa Giovanni XXIII ein Nonviolence-Training fuer Jugendliche aufgestellt, sie leben die ganze Situation als Ungerechtigkeit. Freiwillige Im April waren Laura, die das Projekt weiterführen wird, und Giulia, die Anfang Mai nach Italien zurückgekehrt ist, im Haus; weiter gab es noch eine Gruppe aus Trient: Rossana, Marta und Marco sind eine Woche geblieben und Federica und Nadia drei. Außerdem waren die kosowarischen Freiwillige Vllaznim und Ilir dabei, die und geholfen haben, das Projekt hier aufzubauen. Sie haben uns auch sehr mit der albanischen Sprache und Kultur weitergeholfen Es kamen auch Giulias Eltern, die uns mit dem Haus geholfen haben. Danke an alle Freiwillige, alte und neue, seid willkommen, wir warten auf alle!
|