Monat Maerz 2010: Report

NEWS DER PROJECTE:

KOL
UMBIEN

Generelle Situation

Im Report dieses Monats moechten wir von den Interessen, die in den Orten wo jetzt wir Freiwillige der Colomba die Mitglieder der Friedensgemeinschaften um San Josè de Apartadò begleiten und mit ihnen leben, erzaehlen. Um dies zu tun, behelfen wir uns eines Reports des SAT (Sistema de Alertas Tempranas), welches ein inneres Bureau der Defensoria del Pueblo von Apartadò ist und das die Aufgabe hat, den Risikofaktor fuer die Zivilbevoelkerung im Bezug auf dem bewaffneten Konflikt zu messen und zu all dem beitragen, das jede Art von Missbrauch verhindern koennte.

Das Haus der Freiwilligen befindet sich in San Josecito, 10 Minuten von San Josè, das groeßte Dorf der ganzen Provinz von Apartadò; es ist aus 32 „Veredas“ gebildet, welche 60% der gesamten Gemeindeoberflaeche ausmacht.

Diese geographische Zone ist sehr reich an Wasserresoursen, denn hier entspringen einige der wichtigsten Fluesse der ganzen Region, das Land ist sehr fruchtbar und fuer Anbau von Mais, Kakao, Avocados, Yuka, Bananen, Bohnen, Reis und Kaffe geeignet, weiters gibt es sehr viele Kohlevorkommen. Dieses Land hat noch dazu eine strategische Lage, da es Grenzenland (zwischen den Departements von Córdoba, Antioquia und Chocó, die ihrereseit die Durchgangstuer zu Panama sind)ist. Deshalb ist San Josè seit mehr als ein Jahrzehnt das erkaempfte Territorium schlechthin, sei es wegen der wirtschaftlichen Kontrolle der Gegend oder der „sozialen“ Kontrolle von Seiten verschiedener bewaffneten Gruppen, unter anderem die FARC, der Bloque Bananero der AUC und andere paramilitaeren Gruppen, die sich neuerdings gebildet haben. Dies alles um die strategischen Durchgaenge des Waffen – und Truppentransports und des Kokainhandels zu kontrollieren; so wurden die Doerfer und Gemeinschaften, die dort sesshaft sind, dem Terror untersetzt. Außer den Fronten 5 und 58 der FARC, sind in der Zone immer mehr Maenner die „lange Waffen“ mit sich haben, die in einigen Gelegenheiten zivil bekleidet sind und in anderen mit Militaersuniformen, die Armbaender der AUC tragen und die die Straße, die von San Josè nach Apartadò fuehrt, regelmaeßig patroullieren.

Wie die Defensoria del Pueblo besagt, nehmen diese Maenner an einer Allianz teil, an denen neue paramilitaeren Gruppen und schon laenger bestehenden Gruppen, die im Drogenhandel aktiv sind; sie nennen sich „Águilas Negras”, “Los Paisas” oder “Autodefensas Gaitanistas de Colombia”.

Diese Gruppen wurden schon oefters in den Veredas von El Porvenir, La Uniòn und La Esperanza und im Staedchen von Nueva Antioquia gesichtet, sie verbieten den Campesinos an den Sitzungen der Menschenrechtsorganisationen teilzunehmen und drohen der Bevoelkerung mit Gewalt und Aussagen, dass das Land nur ihnen, den Gruppen, gehoere.

Das alles zeugt von einer Expansion neuer illegaler bewaffneter Gruppen und Strukturen, dazu kommt auch noch die oekonimische und politische Hilfen die diese Gruppen von großen Unternehmen und multinationalen Konzernen als Gegenleistung dafuer bekommen, dass sie nicht in ihre Territorien eindringen und ihnen helfen, dass der Staat die „Eigentuemer“ der Konzerne „respektiert“.

Elf Jahre schweren bewaffneten Streites in der Zone von San Josè de Apartadò haben eine systematische Aberkennung der Prinzipien des internationales Rechtes von Seiten der verschiedenen bewaffneten Gruppen produziert, die ja um die territoriale Kontrolle der Gegend kaempfen und so jede Art politischen Widerstands zunichte machen wollen; sie zerstoeren mit Angst und Gewalt alle Volksgruppierungen, die sich neu gebildet haben um so all die Bewohner der Gegend kontrollieren zu koennen. Dies ist die Situation mit der tagtaeglich die Friedensgemeinschaft von San Josè de Apartadò zu kaempfen hat. Noch dazu sind die Gemeinschaften und selbst die Veredas innerhalb einer Gemeinschaft sehr voneinander isoliert, da es eine Berglandschaft ist und es immer wieder zu Arbeiten auf den Straßen kommt. So kommt es dass von den 32 Veredas von San Josè, nur zwei davon mit der Stadt von Apartadò verbunden sind, und doch meistens mit Straßen, die nicht befahrbar sind und die mit Hilfe von Eseln oder Pferden nur in 4 bis 6 Stunden zu bewaeltigen sind.

Die schweren Verbindungen mit der Stadt, und so auch mit dem Markt, sind so zu einem großen Element der Verwundbarkeit fuer die Campesinos der Friedensgemeinschaft und der anderen Zonen geworden. Auch wenn sie viel produzieren, ist der Transport meist zu riskant und teuer, wenn nicht oft schon unmoeglich.

Miteinander-Sein und Freiwillige

Im Maerz sind drei neue Freiwillige gekommen: Barbara, Susanna und Alessandro. Barbara ist am 9. Maerz gekommen und kurz nach ihrer Ankunft, am 12. sind wir zu einer Begleitaktion in den Veredas von Mulatos, La Resbaldosa und La Esperanza aufgebrochen. Wie immer erreichern unsere Besuche in den Veredas unseren Wissensstand, vor allem im Bezug auf den Familien, die dort leben.

In Mulatos haben wir uns mit den Verantwortlichen der Vereda fuer die naechsten Begleitaktionen organisiert, wir haben ihr Angebot, uns das einzige gemauerte Haus als Unterkunft zu ueberlassen, abgeschlagen, damit sie es als Lager fuer ihre Ernte benutzen koennen. Dafuer koennen sie uns aber eine Huette mit einen Palmblaetterdach geben.

In La Resbalosa haben wir zwei schoen Tage verbracht, haben vor allem mit den Kindern gespielt um dann den dritten beim Angeln mit eigenen Campesinos zu verbringen, wir haben zwar wenige Fische gefangen, konnten aber dafuer sehr viel mit ihnen lachen. Weiterhin sind wir dann nach La Esperanza gegangen, was ein richtiges Abenteuer bestand, zwischen Fluessen mit hohem Wasserstand, Wegen die wir mit unseren Eseln im Urwald mit unseren Machete freigestoßen haben… Angekommen haben wir einige schoene Momente im familiaeren Umkreis der dortigen Familien erlebt. Am 22. sind wir dann nach San Josecito zurueck, weil am darauffolgenden Tag Susanna und am 27. Alessandro ankommen wuerden.



KOSSOVO

Generelle Situation

In diesem Monat hat sich ein besonderer politischer Vorfall fuer alle Balkanstaaten erreignet: Zum ersten Mal seit 20 Jahren wurde am 20. Maerz in Brdo pri Kranju (Slowenien) ein Meeting von den politischen Leadern der Ex-Yugoslawien-Staaten und Albanien organisiert. Diese Konferenz, die in Slowenien mit Hilfe der kroatische Regierung organisiert wurde, hatte als Hauptthema die Integrierung der balkanischen Staaten in der EU, auch wenn es ein weiteres nicht offizielles Ziel gab: die Serben und Albanern des Kosowos an einem Tisch zu haben, sowie gleichzeitig die hoechsten Vertreter der EU dabeizuhaben. Die Serben haben gleich zu verstehen gegeben, dass sie nur teilnehmen wuerden, falls sich Kosowo nicht wie ein autonomer Staat vorstellen wuerde; so war es dann nicht und deshalb waren die meisten Vertreter Serbiens sowie die der EU, die sich mit der Unabhaengigkeit des Kosowos nicht auseinandersetzen koennen, nicht anwesend. Der kosowarische Regierungschef Thaci hat dann gleich die Gelegeheit genutzt und besagte, dass jene die es bis jetzt nicht tun frueher oder spaeter den Staat Kosowo anerkennen werden, der serbische Aussenministerpraesident Jeremic’ hat keine Minute gezoegert, ihm wie ueblich eine schlechte Antwort zu verpassen.

Es ist in Belgrad gegen 26 Personen ermittelt worden, die zu der paramilitaeren serbischen Gruppe gehoeren sollen, die das Massaker von 1999 in Quskë/Čuška in der Naehe von Peja/Pec’ angestiftet hat. Dazu gehoert auch eine Person aus Goraždevac, die seit ’99 nicht mehr im Dorf lebt. So gab es jetzt zwei Gewaltakten in Kosowo gegen die serbische Bevoelkerung: eine Molotov wurde gegen ein Auto in Motrovica geschleudert und es gab eine Schlaegerei in der Naehe von Gjilane/Gnilane.

Miteinander-Sein

Es folgen weiterhin die Besuche der Familien im Dorfe.

Equipe Konflikt

Seit einiger Zeit hat es nicht mehr viel Sinn vor einer spezifischen Arbeit im Equipe Konflikt zu sprechen, da alle Aktivitaeten im Grunde auf ein einziges großes Projekt fließen und wir mittlerweile ein einziges Equipe sind. Trotzdem haben wir im Konkreten im Maerz sehr viel gearbeitet, um die Dokumente und das Visum fuer Sandra aus Goraždevac zu bekommen sie wird dann im naechsten Monat auch dem „Tavolo trentino per il Kossovo“ bei dem Photographieprojekt in Trient mithelfen koennen.

Die Fußballtourniere laufen gut, und es gibt dazu noch eine richtig schoene Neuigkeit: und zwar dass die Teams zweimal am Monat gemischt sein werden, mit serbischen und albanischen Spielern. Im Youth Point ist das Klima ein wenig apathisch, da die lokalen Jugendlichen nicht zum Teilnehmen Lust haben und dies uns leider unsere Lust raubt. Das Gedenkprojekt in der Oberstufe in Peja/Pec’ hat im konkreten noch nicht begonnen.

Studiengruppe

Das wenige und immer weniger werdende Interesse von Seiten den Mitglieder der Gruppe (das auch sichtbar an der nicht aktiven Teilnaheme ist) hat uns dazu gebracht, unsere ganze Strategie innerhalb der Gruppe zu ueberdenken und ihnen so mehr „Platz“ zu lassen, damit sie alleine ihre reellen Interessen wahrnehmen koennen und um ihnen Zeit zum Denken geben, ob sie noch an einem gewaltfreien Weg zum friedlichen Miteinanderwohnen interessiert sind. Fuer mindestens 4 Treffen wurde die ganze Aufmerksamkeit der Gruppe gegeben, die so ihre Leitfaeden fuer die Zukunft ziehen konnte. Unsere „Nicht-Bemuehung“ ist auch damit verbunden, dass wir in Kuerze dieses Projekt abschließen werden und sich die Gruppe deshalb so autonom wie nur moeglich bewegen muesste.

Prishtinë/Priština

In diesem Monat haben wir es geschafft, ein Haus fuer unsere Praesenz in einem serbischen Dorf in der Naehe von Kosovo Poljie zu finden.

Am 13. und 14. Februar haben wir in Zusammenarbeit mit 7 Mitgliedern der Studiengruppe einen Besuch nach Goraždevac und Peja/Pec organisiert. Das Ziel dieses Treffens war, dass sich die beiden Realitaeten kennelernen koennen. Weiter haben wir ueber eine unserer Ideen ueber das Photographieprojekt gesprochen, das den Besuch von 10 verschiedenen und charakteristischen Orten im Kosowo vorsieht, um dann noch eine Ausstellung zu organisieren, die die Gedanken der jungen Leute im Bezug auf ihre „Welt“ in der sie leben zum Ausdruck bringen soll. Diese Tour sieht die Teilnahme einer unseren Freiwilligen vor.

Der erste Besuch fand am letzten Samstag des Monats in Mitrovica Nord und Sued statt, von nun an treffen wir uns jeden Mittwoch in Saal der uns von der katholische Kirche von Pristina zur Verfuegung gestellt wurde. Die eigentliche Staerke der Gruppe kommt vor allem in nicht-offiziellen Momente zum Vorschein.

Freiwillige

Maerz war ein Monat voller freiwilliger Arbeit: Anfang des Monats, nachdem Martina gefahren ist, ist Giulia für 15 Tagen zu uns gekommen, um dann nach Albanien weiterzufahren. Walter hat für 10 Tage die 2. Gruppe (Ilaria, Alessandra, Carlotta und Francesca) die in Italien einen Kurs für Operatoren in Konfliktsituationen bewältigt haben, begleitet, mit ihnen sind auch wieder Fabrizio und Salvatore zu uns gekommen. Emanuele ist wieder nach Italien zurückgekehrt, wir hoffen, ihn bald wieder unter uns zu haben. Ende des Monats kamen auch Manlio, der sich für 3 Monate aufenthalten wird, und Mingo, der für 10 Tage bleiben wird. So konnten wir auch Massimo verabschieden, der mit uns zwei Jahre geblieben ist, danke dir für deine große Hilfe und ohne dich werden die Reports leider nicht mehr so genau sein!

 

 

PALASTINA-ISRAEL

Nach den ersten Monaten des Jahres, in denen wir an einer Eskalierung der Gewalt zusehen mussten, hat sich im März die Gewalt glücklicherweise ein bisschen im Hintergrund gedrängt, sodass auch wir Freiwillige ein wenig „frische Luft einatmen konnten“.

Seit Anfang des Jahres ist nämlich der psychologisch Terror die beliebteste Waffe der Soldaten geworden, die oftmals unter den Befehlen von den ultra-nationalistischen Siedlern stehen.

Am 6. Maerz wurden 3 palästinensische Kinder um die 13 Jahre vom israelischen Heer gezwungen, für eine halbe Stunde auf den Knien zu sitzen, da sie sich anscheinend zu weit in der Nähe der Siedlung Ma’on beim Graspflücken getraut haben. Gleich darauf wurden sie auf ein Jeep geladen.

Als einer der Jungs aus Angst die Flucht versucht hat, sind ihm 2 Soldaten nachgelaufen bis einer der beiden die Sicherung seines M-16 rausgeholt hat und die Waffe gegen das Kind gerichtet hat, der terrorisiert angehalten und zu Weinen angefangen hat. Das alles ist vor den Augen der Eltern passiert, die wie versteinert schienen, da sie ja nichts tun konnten. Erst nach 20 Minuten, nachdem die Soldaten gegangen waren, konnten die Jungs aufatmen und wir sahen sie heimlaufen.

Am 15. März wurde ein Hirte, der seine Herde auf dem Hügel von Khelly (palästinensisches Besitztums) weiden ließ, von der Polizei aufgehalten und festgehalten, weil er sich laut Soldaten „zu nah“ an der Siedlung von Ma’on aufgehalten hatte. Der Mann wurde erst nach einer Stunde wieder freigelassen.

Schwierigkeiten hatten wir auch wieder mit der „School Patrol“, da sich die Soldaten den ganzen Monat nicht nur weigerten (wie es jetzt schon seit längerem üblich ist), neben den Kindern zu Fuß zu gehen, sondern auch die Eskorte zu Ende zu bringen; sie lassen die Kinder auf halber Strecke und unter Beschuss der Siedler allein: zweimal haben diese sogar gedroht, die Kinder anzugreifen, einmal sind sie ihnen maskiert nachgelaufen und ein anderes Mal haben sie sie mit Steinen verfolgt.

Die Siedler von Havat Ma’on haben anscheinend im März eher die Dunkelheit für ihre Terroraktivitäten genutzt. So kam es dass am 9. März die Familie, die im außenstehendsten Haus des Dorfes wohnt, in der Nacht einen maskierten Siedler vor der Tür hatte. Wir wissen zwar immer noch nicht mit welcher Motivation, aber trotz allem ist es doch eine Verletzung des Gesetzes, noch dazu wurden natürlich alle Bewohner von At-Tuwani allarmiert und haben eine besorgte Nacht im Freien verbracht. Anscheinend war der Siedler auch nicht allein, denn im Wald um den Vorposten von Havat Ma’on, wo er sich dann später versteckte, hat man Taschenlampenlichter gesichtet und Stimmen gehört, anscheinend waren dort andere Siedler, die ihm zur Hilfe hätten kommen können. Das gleiche ist die darauffolgende Nacht passiert, jedoch glücklicherweise ohne Folgen, wenn man den Schreckmoment nicht dazuzählt.

Am 25. März haben die Siedler wieder die Dunkelheit genutzt, um einige Einzäunungen, welche die Palästinenser am Tage gebaut hatten, um ihre Ernte zu schützen und in irgendeiner Weise das Expandieren der Siedlung von Ma’on im Zaum zu halten, zu zerstören.

Trotz dieser Episoden, die sicherlich die Ruhe des Dorfes gestört haben, hat sich März als ein sehr ruhiger und in dem Sinn positiver Monat entpuppt, auch weil viele international bekannten Journalisten (unter anderen auch Amira Hass) ins Dorf gekommen sind, um die aktuelle Geschichte des Landes um den South Hebron Hills und so auch die Aktivitäten unserer Organisation besser kennenzulernen und davon zu berichten.

Von den positiven Ereignissen müssen wir uns sicher auch an der Wiedergewinnung (dank einiger Aktionen von Ta‘yush) einiger Länder, die in Umm Zeitun von den Siedlern bebaut wurden und deshalb nicht mehr unseren Hirten zur Verfügung standen, erinnern, wie auch an das Fest in Tuba für die Schließung der Arbeiten, welche endlich Elektrizität im Dorfe gebracht haben (mit Hilfe von Sonnen- und Windenergie durch ein Projekt der Organisation Comet-Me), sowie schlussendlich an den Schulausflug nach Jericho von Seiten der Kinder von At-Tuwani, die so einen Spielplatz und sogar ein Schwimmbad (natürlich Männer und Frauen getrennt) besuchen konnten.

Weiterhin duerfen wir auch nicht den herzlichst willkommenen Besuch von Don Nandino und den „Giovani solidali“ (der „Jungen Solidarischen“) aus Trient vergessen

Danke dir, Fede, dass du wiedergekommen bist, auch wenn leider nur für kurze Zeit, danke auch an Evan, der uns ein bisschen mehr an die Familie von Rachel Correy angenähert hat

Ein „bis bald“ an AleR und an Francesco die Mitte März nach Italien zurückgekehrt sind, und auch an AleZ, der sich Ende des Monats verabschiedet hat. Danke auch an seinem Bruder Teo der uns besucht hat.


CASTEL VOLTURNO

Kontext

Anfang März hat sich die Kampanie für die Gemeinderats- Provinz- und Regionalwahlen eröffnet, die sich dann am 28. und 29. März gehalten haben. Jede Partei und Bürgerliste hat sein Programm veröffentlicht, es gab jede Menge Versammlungen aber es kam nie zu einer richtig konstruktiven Debatte. Castel Volturno hat sich mit jede Menge Manifeste gefuellt, viele von denen waren noch dazu rechtswidrig, die dann mit einer Verordnung des Kommissars verdeckt wurden.

Castel Volturno si è riempita di manifesti

Von den 5 Bürgermeisterkandidaten hat, wie zu erwarten war, Scalzone (PDL, Partei Berlusconis) gleich beim ersten Durchlauf gewonnen

Für mehr als 10 Tagen hat der Müll die Trottoirs „geschmückt“, er wurde wegen des Streiks der Straßenkehrer nicht gesammelt, welche protestierten, da sie ihren Lohn des letzten Moants nicht erhalten hatten. Die Genossenschaft, die ihr Arbeitsgeber ist, bittet die Gemeinden um mehr Geld, diese aber besagen, dass sie Geld für Arbeiten, die nie errichtet wurden, gegeben haben.

Es folgen weiterhin die Kontrollen, vor allem auf den öffentlichen Verkehrsmittels, an den Migrierten durch die Polizei.

Colomba

Anfang des Monats hat uns eine Gruppe aus Trient besucht. Nachdem diese Jugendlichen einen Erkundungskurs unserer Organisation besucht hatten, waren sie eine Woche mit uns; wir haben soweit es möglich war versucht, sie zu integrieren und sie an alle Aktivitäten teilnehmen zu lassen.

Mit dem Anfang des Monats haben wir einen Italienischkurs auf Bitte einiger Migrierenden, die in einem Peripherieviertel von Castel Volturno leben, begonnen. Der Kurs findet einmal die Woche in einem, Saal den uns die Pfarrei zur Verfügung gestellt hat, statt.

Auch mit der Nachmittagsschule geht es gut weiter. Das Bildungskomitee hat den Wunsch eines Elternvertreters geäußert, das alles um den didaktischen Aspekt zu verbessern. Zu den Dingen den Nachmittagsschule zählen neuerdings auch Freizeitaktivitäten, vor allem dank der Unterstützung des Organisationsnetzen „La ragnatela“ (das Spinnennetz), welches unter anderen auch den Anbau eines Feldes den Jugendlichen beibringen möchte. Wir haben weiterhin auch einige Familien der Kinder aus der Nachmittagsschule besucht.

Da wir so viele Schwierigkeiten hatten, ein geeignetes Fußballfeld zu finden konnte der Fußballkurs leider nicht starten, wir hoffen es nur zeitlich zu verschieben und nicht ganz darauf verzichten zu müssen. Das war ja leider nicht das einzige Problem: der Trainer, der seine Hilfe angeboten hatte, hat sich kurzerhand zurückgezogen, der Augenblick ist für die Einschreibungen auch nicht so günstig. So

In Zusammenarbeit mit der Redaktion der Internetseite www.neroebianco.org haben wir einige Bürgermeisterkandidaten interviewt, um so ein generelles Bild der verschiedenen Programme, im besonderen in Punkto Immigration, darzubieten. Wir haben ein Video gedreht, das auf der oben genannten Seite zu sehen ist.

Ende des Monats haben sich alle Organisationen, die in Castel Volturno tätig sind, getroffen, um sich besser kennenzulernen, die Koordinierung zu verbessern, um uns besser über die Probleme im Territorium klarzuwerden und um ihnen besser entgegenzutreten.

Um unsere mit den Realitäten der Migrierenden in Süditalien besser auseinandersetzen zu können, haben wir Cassabile in Siracusa besucht, wo viele Tagelöhner zur Kartoffelernte fahren. Wir haben dort einige Menschenrechtsorganisationen und auch Mitglieder der Comunità Papa Giovanni XXIII kontaktiert. Von der Reise ist ein Artikel auf der Internetseite der Operazione Colomba präsent. Wir halten diese Kontakte, sowie auch dieses mit den Organisationen in Sicignano und Rosarno.

 

Freiwillige

M. war für fast 1 Jahr mit uns in Castel Volturno, er verlässt uns war nicht, wird aber das Projekt von Hauptsitz aus leiten. E. und P. blieben für den ganzen Monat. In der Reise nach Cassabile hat uns auch L. begleitet.


ALBANIEN - ALBANIA

 

Generelle Situation

Am 16. Maerz ist unsere Präsenz in Scutari offiziell eröffnet worden. Schon vor 2 Jahren hatte uns die Missionszone von Albanien der Comunità Papa Giovanni XXIII gebeten, sie bei ihren mühevollen Arbeiten gegen die Blutrache, die leider in Albanien viel verbreitet ist, zu unterstützen. Im Norden Albaniens müssen sich nämlich heute noch viele Menschen im Haus einsperren, da sie fürchten, getötet zu werden. Der antike Kodex des Kanun wurde in Albanien unter türkischer Oberherrschaft eingeführt, heute noch existieren diese tribalischen Gesetze. Wer einen Mord erleiden muss, hat das Recht sich zu rächen, falls er es nicht macht, ist er kein ehrenvoller Mann.

Dieser Teufelskreis zwingt die Leute, an denen sich jemand rächen will, im Haus eingesperrt und ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt zu bleiben. Die Missionszone arbeitet schon seit längerem gegen dieses Problem, doch braucht sie Hilfe. Bis jetzt haben wir ein Haus gemietet und beginnen langsam unsere Präsenz.

http://www.40thousand.net/content/kanun-law-revenge

Miteinander-Sein

Sobald wir das Haus in Scutari gemietet hatten, haben wir gleich begonnen, mit einigen Baraktar (die traditionellen Friedensmittler) Kontakt aufzunehmen und einige Familien zu besuchen, die ja schon die Comunità kennt.

Auch mit Hilfe der Friedensbotschafter, eine lokale Organisation, die dort mit der Comunità zusammenarbeitet, haben wir es geschafft, einige Familien, de unter Rache stehen, zu besuchen; in der Organisation arbeiten einige „Brückenfiguren“ mit, einige Lehrpersonen die den Kindern, die unter Rache leben müssen, Unterricht geben. Die Ideen für die Zukunft sind sehr reich, aber wir befinden uns noch in der Zuhör- und Kennenlernphase. Unsere Präsenz wird um die Arbeit, die Simone und die Caschi Bianchi gemacht haben, strukturiert.

Freiwillige

Die Präsenz ist auch entstanden, da Lara ihre Zeit für mindestens ein Jahr dem Projekt widmet wird. Im März kamen Giulia (die bis Ende April bleiben wird) und Fitim und Sokol, Freiwillige in Kosovo, die aus der Arbeitsgruppe von Peja/Pec‘ kommen. Einige Tage lang hat uns Fabrizio mit dem Erstellen der Zone geholfen. Um das ganze Projekt zu unterstützen, hat sich auch ein Equipe gebildet, das bis jetzt aus Fabrizio, Laura und Giulia geformt ist.

Falls jemand am Projekt interessiert ist, wir brauchen ganz dringend Freiwillige.

http://www.operazionecolomba.it/galleries/albania/2010/i-primi-giorni-della-presenza-a-scutari/